Wobei ich dem Navi-System im e-C4 zugutehalten muss, dass mir die Grafik sehr gut gefällt. Sie ist sehr dezent und schlicht gehalten und passt sich ideal an die restlichen Anzeigen an, die insgesamt sehr zurückhaltend und unaufdringlich sind. In der Tiefe habe ich mich allerdings noch nicht mit den Funktionen beschäftigt. Insgesamt ist der Touchscreen recht aufgeräumt schlicht, auch wenn man sich oft schwer tut in den unzähligen Einstellungsmenüebenen.
Reduziertheit ist insgesamt offenbar das Credo der Software-Funktionalität. Viel gibt's da nicht zu entdecken. Keine Verbrauchsangaben, die über die aktuelle Fahrt hinausgehen, keine aktuelle Ladeleistung (wird nur in den völlig unbrauchbaren km/Stunde angezeigt), keine Limitierung der Ladeleistung, keine Limitierung der Akkuladung - lädt immer auf 100%, wenn man nicht manuell abbricht.
Auch die App zeigt den aktuellen Ladestand zwar an, bietet aber keine Möglichkeit die Ladung abzubrechen. Nicht einmal der Kilometerstand wird übertragen - den kann man manuell erneuern, wenn man das möchte... Auch anderes, was beispielsweise bei Tesla oder BMW oder Kia üblich ist, fehlt natürlich - Tür öffnen und schließen zB. Die Lokalisierung der Fahrzeugs bringt jeweils nur die aktuelle Position des eigenen Smartphones. Somit unbrauchbar.
Aber vielleicht ist ja gerade das Fehlen dieser vielen nützlichen E-Mobility-Funktionalitäten ein Vorteil im Ansprechen von Kundenschichten, die mit Digitalisierung nichts am Hut haben. Mag sein. Ich wusste zwar im Voraus, dass ich hier Abstriche in Kauf nehmen werde müssen, aber es schmerzt trotzdem, wenn man merkt, dass hier nicht einmal annährend das volle Potenzial an Vorteilen und Annehmlichkeiten des elektrischen Antriebs ausgeschöpft wird. Aber für den Touchscreen sind zumindest Update angekündigt, vielleicht kommt da ja noch was an Software-Funktionsumfang für die eCMP-Plattform.
Ansonsten weitere Wahrnehmungen zum Fahren:
Ich bin heute eine weitere Strecke hinter der Fahrerin gesessen und habe den Sohnemann im Kindersitz betreut. Hinten rüttelt es auf schlechten Strecken ordentlich, bzw. ist einigermaßen unruhig. Von sänftenartiger Federung ist da nichts zu merken. Sehr positiv macht sich das Fahrwerk aber auch hinten auf langwelligen Unebenheiten bemerkbar. Auch dürfte man an der Hinterachse mit der Dämmung gespart haben, hinten ist es deutlich lauter vom Fahrwerk, als vorne. Grundsätzlich aber hinten wirklich gut Platz auch für mich mit meinen 1,84m und die Sitze sind wirklich sehr bequem.
Zur Reichweite kann ich zwar noch nichts Abschließendes sagen, allzuviel Effizienz darf man sich aber wohl nicht erwarten. Bei den aktuellen heute eher noch kühlen Temperaturen so um die 5-10 Grad sind vermutlich so um die 250km drinnen bei normaler Fahrweise überland.
Und dann habe ich heute am Abend noch den Sportmodus ausprobiert. Unvernünftig aber ordentlich Vortrieb aus dem Stand weg. Macht verdammt Spaß, frisst Reichweite ohne Ende, aber macht verdammt Spaß Das Auto kann definitiv auch spochtlich um die Kurven und ist selbst dann noch souverän komfortabel.
Bin dann im direkten Vergleich den Renault Zoe gefahren, der aktuell preislich schon fast gleichauf liegt mit dem C4 ... was soll ich sagen, da liegen wirklich WELTEN dazwischen in punkto Verarbeitung, Leistung, Komfort, Platz... und das sage ich, obwohl wir sieben Renault Zoe in unserem Fuhrpark haben und damit völlig zufrieden sind. Aber Preis-/Leistung ist beim C4 definitiv deutlich besser.
Wenn ich dazu komme, mach ich mal ein etwas ausführlicheres Video