Setzen! - Sechs!
Es geht dann gleich mit dem selben Wahrheitsgehalt weiter.
Corona IST eine Naturkatastrophe. Das kommt nicht aus irgend einem Labor.
Und natürlich hat der Mensch das Seine dazu getan, damit aus der Natur eine Naturkatastrophe wurde. So wie bei jeder Naturkatastrophe. Ein Erdbeben ist schliesslich auch nur dann eine Katastrophe, wenn Menschen davon zu Schaden kommen. Die Natur kann nun aber nichts gegen die Dummheit, auf einer Plattengrenze AKW's und Wolkenkratzer und instabile Bauten zu errichten.
Deswegen ist es aber nicht weniger Naturkatastrophe.
Probleme im Gesundheitswesen muss man vor, nicht während oder nach Katastrophen angehen. Da kannst Du mehr für Deutschland tun als ich. Ich bin da nicht Wahlberechtigt.
Tu Deutschland und seinem Gesundheitswesen aber den Gefallen, und lies die Parteiprogramme aufmerksamer als die Geschichtsbücher, und mach das vor der Wahlentscheidung.
Ob nun diese Gedenkfeier richtig war, oder nicht, ist durchaus streitbar. Allerdings dreht sich die Erde da drunterweg so oder so weiter. Das ist einfach eine der verpeilten Unverständlichkeiten mehr, von denen uns unsere Staatskirchen bereits mehr als genug geliefert haben. Da kann man nun ein Austrittsgesuch stellen oder sich aufregen, wenn man will. Wirklich weltbewegend ist sowas nie. Jedenfalls nicht für die, die es nicht irgendwie unmittelbar betrifft.
Sich über - nicht weniger menschengemachte - andere Naturkatastrophen, wie Krebs aufzuregen hat in etwa den gleichen Sinngehalt, wie sich über zu wenig Klinikpersonal aufzuregen. Diese Unzufriedenheit ist immer dann gut, wenn sie zu sinnvollen Veränderungen führt. Ansonsten bringt die allenfalls noch mehr Ungemach, aber nicht viel Gutes.
Zum Krebs: Der ist erst zur Volkskrankheit geworden, seit die Leute dafür alt genug werden. Das ist nun nichts, worüber man sich aufregen muss.
Wenn man sich über Krebs aufregen möchte, dann über den durch Ionisierende Strahlung und Chemikalien ausgelösten. Da hilft dann aber auch keine Gedenkfeier, und so eine wäre genauso unverständlich, wie die für die Covid-Opfer. Auch die Sache mit dem Krebs ist nämlich nicht im Ansatz vorbei, und auch die geht denen am allerwertesten vorbei, die nicht persönlich betroffen sind.
Was mich angeht: Bei mir sitzt der Krebs mütterlicherseits in den Genen. Wenn mich der trifft, dann hoffe ich einfach auf eine Kurze und gut betreute Leidenszeit. Mehr nicht. Das ist, nicht nur im Hinblick darauf, sondern ganz allgemein, auch so in meiner Patientenverfügung festgehalten, die Lebenserhaltende Massnahmen und Wiederbelebung generell ablehnt.
Wenns soweit ist, ist es nicht zu früh. Ich weigere mich, mich über die Endlichkeit meines Daseins zu beunruhigen. Ich hab, wie alle, Angst vorm Sterben. Der Tod ist dagegen als Zustand nicht das Problem.
Bitter ist halt nur, wenn man sich auf die Rente freute, die Zeit in der man nicht mehr Arbeiten muss, Kinder und Hund aus dem Haus oder schon tot sind, und daher alles wichtige dorthin verschoben hat, und dann feststellt, dass was auch immer - seis Krebs oder Covid oder was anderes - diesen Lebensentwurf, der letztlich auf nichts anderes als Unsterblichkeit setzt, was eine grosse Torheit ist, jederzeit und unangemeldet durchkreuzen kann.
Was mich angeht: Gedenktage werden in memoriam abgehalten, nicht inmitten des Trubels.
Man kann sich aber immerhin fragen, ob so eine Veranstaltung nicht gerade jenen, die eben beim Begräbnis eines lieben Familienangehörigen oder Freundes nicht dabei sein durften, doch noch was bedeuten könnte, oder vielleicht sogar sollte, je nach dem.
Es bleibt die Frage, ob das wesentlich genug sei, um sich dran aufzuhalten.