Ausgedient ist in dem Fall ein relativer Begriff.
Die Akkus werden halt müde und es gehen einzelne Zellen kaputt. Die defekten kann man bei der Gelegenheit aussortieren, und dass das verbleibende mehr oder weniger müde ist, kompensieren Preis und gute Verfügbarkeit. Zudem muss man die Akkus ja dann nicht mehr mitnehmen, sondern sie bleiben am Ort. Es ist also nicht so schlimm, wenn da 30% weniger Energie pro kg Akku drin ist.
Genauso, wie es auch keine Rolle spielt, wie schwer die Dampfturbine in einem Kraftwerk ist, wohingegen das in einem Fahrzeug eben schon wesentlich ist.
Aus dem gleichen Grund kann man auch ein besseres Lademanagement machen. Das braucht halt einiges an Elektronik, und man muss halt Leitungen zu jeder Einheit, die man überwachen will, haben. Also zu jeder Zelle oder Zellgruppe. Wenn man das so überwacht und auch einzeln ansteuern kann, fällt auch nicht der ganze Akku aus, wenn hie und da eine Zelle kaputtgeht. In einem Fahrzeug kann man das nicht auf die Spitze treiben, aus Gewichtsgründen. Bei Stationärer Anwendung ist das Gewicht nicht wichtig.
Wenn das unterm Strich billiger ist, als neue Zellen einkaufen zu müssen (da scheiterts schon an der nötigen Produktionskapazität, ganz davon abgesehen, dass Strom möglichst billig sein soll), oder auch nur schneller geht, dann wird man das machen.
Ich gehe aber davon aus, dass das erst nach einem oder mehreren grossen Stromausfällen passieren wird, so wie das mit Netzausbau generell ist. Hat man diesen Winter auch im Süden der USA gesehen. Da wusste man lange, dass die Energieversorgung nicht wintertauglich war (Da hats mit den Erneuerbaren Energien nichts zu tun!) kommt aber erst drauf, das ändern zu müssen, nachdem dutzende Menschen starben, weil Tagelang kein Strom da war bei für den Süden noch dazu ungewohnten Minustemperaturen.
Das betrifft nicht nur Stromspeicher, sondern auch Stromtrassen. Wer mal 10 Tage in der kalten Hütte gesessen hat, weil bei -5°C einfach mal Ende war, weil Strom nicht transportiert werden kann, der wird sich vermutlich zweimal überlegen, ob die Bürgerinitiative zur Verhinderung genau der Trasse, die ihm den Arsch hätte wärmen können, wirklich die beste Freizeitbeschäftigung ist, oder ob es wirklich so schlau war, die Windenergie mit Mindestabständen im Kilometerbereich abzuwürgen.
Menschen sind so: Es wird erst dann gehandelt, wenns mal daneben gegangen ist. Das war/ist mit den AKW ja auch nicht anders.