Das heißt, Norwegen bleibt seinem Ruf als Nanny Staat treu und folgt weiter konsequent den Empfehlungen der Mediziner. Man betont ausdrücklich, dass man den Impferfolg von Astra Zeneca nicht anzweifelt, aber die Situation in Norwegen erlaubt, auch das Restrisiko auszuschalten durch Verlängerung der Maßnahmen bis ausreichend mRNA Impfstoffe zur Verfügung stehen (ähnlich wie die Argumentation in Ontario/Kanada). Indirekt gibt man anderen Europäern mit, dass man die Option natürlich nicht hat, wenn man bei den Maßnahmen zu spät dran war oder geschlampt hat. Die Schweden können nicht abrupt stoppen sondern brauchen zur Absicherung des Impferfolges erst mal noch 200.000 Dosen.
Übrigens geht aus dem Text auch hervor, dass Norwegen zumindest die Jannssen Impfung wohl doch auf freiwilliger Basis zulassen will:
"Janssen-vaksinen vil holdes i et beredskapslager, og regjeringen har også konkludert med at denne kan tilbys frivillig til de som ønsker det."
(Ihr könnt ja alle norwegisch: die Jannssen-Impfstoffe werden in einem Lager behalten und die Regierung hat beschlossen, dass diese freiwillig genommen werden kann.)
Man überlegt noch, wie man diesen freiwilligen Prozess gestaltet. Bei uns ist das gelöst: Die freiwillige Impfung findet in Arztpraxen statt nach Aufklärung über die extrem seltenen Nebenwirkungen. Wer das als "verarschen" bezeichnet, traut dem selbstverantwortlichen deutschen Staatsbürger in seiner Entscheidungsfindung anscheinend nicht viel zu.