Mittlerweilen hat der Wagen ein gutes Jahr gestanden, weil der Endtopf abgerostet war. Abgefallen ist der dann aber erst zu Hause auf dem Hausplatz. Unterdessen ist die MFK abgelaufen, und ich musste das Auto dann abmelden.
Km-Stand hab ich nicht abgelesen.
Jetzt die Geschichte: Ich war heute zur Physiotherapie, und die Therapeutin weiss, dass ich den C1 eigentlich nicht mehr brauche.
Da erzählt sie mir von einer Rollstuhlfahrerin, die sogar im gleichen Dorf lebt, wie ich, und die ich - nicht so genau zwar - sogar kenne. Die sei gerade dabei, den Führerschein zu machen und daher auf der Suche nach einem passenden Auto, möglichst schon auf Handbedienung umgebaut. Ob ich denn meinen vielleicht verkaufen würde, und ob Sie mal meine Telefonnummer weitergeben dürfe?
Ich war ja skeptisch, denn es fehlt an meinem die bei Rollstuhlfahrern eigentlich übliche Schiebetür mit Seilzug zum Verladen des Rollstuhls hinten links. Ich hatte ja keinen, als ich das Auto kaufte, und später landete der einfach im Kofferraum, bei umgelegten Sitzlehnen. Nun, man kann ja mal miteinander reden.
Vormittags so verblieben, nachmittags klingelt das Telefon, zwecks Besichtigungsthermin.
Da das Auto mit angezogener Handbremse länger stand, schleift die jetzt, und es gibt auch sonst diverse Mängel. Es fährt aber, und sprang nach einem guten Jahr Standzeit - nach wiederanschliessen der Batteriekabel - innerhalb einer Minute wieder an. Erst ein bisschen hustend und spuckend, und ganz zu Anfang nicht auf allen Töpfen, dann aber nach ein paar Mal Gasgeben so wies sollte.
Da der Wagen recht jämmerlich aussieht und ich keine Lust hab, mir diverse Beschwerden der neuen Besitzerin anzuhören, und ausserdem weiss, was Fahrschule für Rollstuhlfahrer kostet - man darf Lernfahrten nur mit Fahrlehrer machen, es fällt also die sonst übliche Praxis mit Freunden oder Verwandten vollständig aus, und man braucht halt ein nicht ganz günstiges, umgebautes Fahrschulauto, und das entsprechend viele Stunden lang - sind wir so verblieben, dass ich den Wagen herschenke, wenn ich mich dafür nicht mehr drum kümmern muss. Sprich MFK und allfällige Mängelbehebung sind nicht meine Sache.
Sitzprobe hat gepasst, und nach Demontage der grossen Räder und Zusammenklappen kriegt Sie den Rolli auf den Beifahrersitz gewuchtet. So kann voraussichtlich der Einbau einer Verladeeinrichtung erspart werden.
Fahrzeugausweis und Bordbuch sind schon übergeben, irgendwann in den nächsten Wochen gehen Schlüssel, Auto und der zweite Radsatz auch noch weg.
Ich freue mich, dass das Auto weiter bestimmungsgemäss genutzt wird, und nicht irgend einem Export-Dealer gute Taler einbringt, von dem ich mir erst anhören müsste, dass der Kasten Schrott sei.
Ich werd' dem Wagen vermutlich hin und wieder begegnen, und die nette Dame und ihre Kinder sind damit einigermassen mobil, zwar nicht mehr so elegant, dafür zu einem unschlagbaren Kurs und für sehr kleinen Verbrauch und Unterhalt.
Allem Anschein nach sind damit die entscheidenden zwei Leute glücklich, und das Auto darf noch einige zehntausend km und vermutlich mehrere Jahre weiter fahren. Mit dem Umbau und einer dankbaren Eignerin, die sicher nicht zögern wird, alles zu unternehmen, damit dessen Räder noch ne ganze Weile weiter rollen.
Abgelesen hab ichs nicht, aber der Km-Stand dürfte etwas über 173'000km sein.
Es fährt, heisst Bremse funktioniert, Kupplung tut, und der Motor tuts auch. Allerdings steht mindestens ein Ölwechsel, ein neuer Auspuff-Endtopf und eine Überholung der Trommelbremsen an. Nebst einer absolut verschärften Komplettreinigung und etwas Lack- und Dichtungspflege als Minimum für die anstehende MFK, und einer Nachfüllung der Klimaanlage vermutlich... die ging schon letztes Jahr bloss noch mit Glück...
Ich freu mich. Mein Autochen darf weiterleben und noch jemanden froh machen, und ich krieg den Abstellplatz frei.