Rudolf, ich will dir nicht zu nahe treten, aber vll. solltest du mal darüber nachdenken, jemand dazu zu holen, der sich wirklich auskennt, oder
den Wagen in eine wirklich CX-kundige Werkstatt zu bringen.
Wenn ich so etwas lese wie "kann ich das einfach wieder anziehen und fertig?" dann sind das Hinweise, aus denen meine Anregung resultiert.
Wenn du selbst weitermachen willst:
Es ist sinnvoll hier zu erkennen, dass etliche Verbundarbeiten in einem Rutsch mit erledigt werden sollten, damit man Ruhe hat.
Ergo solltest du den Kopf ausbauen, ein Auskenner sollte ihn begutachten. Ventilsitze überprüfen, federn überprüfen, Schaftdichtungen überprüfen - gegebenenfalls jeweils instandsetzen. Verzug des Kopfes prüfen, ggfs. planen . Verzug des Krümmers zum Kopf prüfen ggfs. planen.
Wenn nicht vor kurzem erneuert: Wapu plus Gehäuse demontieren und die Dichtungen allesamt erneueren, Thermostat prüfen. Dichtung Platte Radkastenseite erneuern. Alle Stehbolzengewinde zum Krümmer prüfen bzw. am besten die Stehbolzen erneueren, da das Material müde ist.
Bei Luft im Gewinde mit passendem Loctite-Produkt einschrauben. Bei zu ausgelutschtem Geweinde Gewindebuchse einsetzen, Helicoil hält oft nicht lange.
Bolzen gibt es günstig in Top-Qualität bei den zahlreichen Turbo-Tuning Anbietern für aktuelle Fahrzeuge.
Das sich die Zyl.Kpfschrauben vorne leicht lösen ließen, kann ein Versäumnis/Fehler einer alten Reperatur sein. Vor allem, wenn man nach dem Werkstatthandbuch für 2400er vorgegangen ist. Da ist die Vorgehensweise zum 2500er deutlich anders und das resultierende Anzugsmoment deutlich höher. Deshalb muss man auch die Verwendung von DS-Kopfschrauben in Frage stellen bzw. deren Eignung für das Anzugsmoment prüfen.
Die Kopfschrauben können auch deshalb lose sein, weil die Kopfdichtung vorne defekt und verbrannt ist und sich entsprechend gesetzt hat.
In jedem Fall brauchst du eine sehr lange Ratsche oder eine passende Rohrverlängerung um die oberen Schrauben zu lösen, vor allem aber um die Schrauben bei der 2. Runde mit 100 grad winkelzug sauber und gefühlvoll in einem Zug anzuziehen. Denn hier ist ordentlich Muskelkraft erforderlich. So um 80 cm gesamt solllten es schon sein, das bringt genug Hebel, um genau zu arbeiten. Zusätzlich die passende Gradscheibe und die hochwertige stecknuss, bevorzugt sechskant.. Zudem ist das Losbrechmoment bei den 100 grad mit zu berücksichtigen. Erst ab dann zählt der Weg von 100 Grad.
Um sauberes ruckfreies anziehen zu gewährleisten, ist es zwingend nötig, sowohl die Schrauben als auch die Gewindegänge zuvor peinlich genau zu reinigen. Die Gewindegänge z.b. mit WD-40 ölen und mehrfach ein Kopfschraube mit einwandfreiem Gewinde (!!) rein und rausdrehen und jeweils danach mit Pressluft ausblasen, bis man von Hand mühelos die Schraube bis zum Anschlag rein und raus drehen kann. Zudem alle Kopfschrauben einmal prüfen, ob sie sich einfach per Hand rein drehen lassen. So entdeckt man Schrauben mit bereits zu sehr veränderter Gewindesteigung. Diese ersetzt man durch einwandfrei (gebrauchte). Dann bringt man auf die Gewinde der Schrauben dünn und gleichmäßig z.b. molykotepaste auf. Zudem zwischen Schraubenkopf und der dicken Unterlegscheibe. Die Seite der Unterlegscheibe mit den Zacken (bei manchen Zubehörscheiben nicht vorhanden) muss Richtung Kopf zeigen. All diese Vorbereitungen gewährleisten ein geschmeidiges Anziehen.
Für den Neuling liegt in dieser Kopfschrauben-Aktion das größte Risiko von Fehlern.
Die Schrauben müssen in der Regel nicht erneuert werden. Eine Überprüfung, ob der vorgesehene Dehnweg erreicht ist, wäre der professionelle Weg.
Aber auch ich habe lediglich bei Dieseln nur ganz vereinzelt ausgedehnte Schrauben gehabt. Habe zuvor immer an neuen Musterschrauben überprüft.
Vor dem Warmlaufen braucht man die Ventile nur grob einstellen bzw. mit etwas mehr Luft. Nach der letzten Runde mit 45 Grad nach dem Warmlaufen UND!! Abkühlen stellt man diese dann genau ein.
Als Kopfdichtung bitte nur Reinz oder Elring mit der richtigen Kennung für den Turbo verwenden. Bitte keinen Glaser-Schrott oder ähnliches.
soweit erst mal