Ich habe bei der ganzen Aktion "Auto / Umweltschutz / Reduzierung CO2 Ausstoß" manchmal das ungute Gefühl, dass es gar nicht um die Umwelt geht. Im Grunde ist der Automobilmarkt weitestgehend gesättigt. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo jede dritte oder vierte Familie ein Auto hatte. Heute haben viele Familien 3 oder 4 Autos. Was macht man, wenn der Markt gesättigt ist? Einfach mal die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern. Das sorgt für neuen Umsatz. Gut, wenn neue Fahrzeuge produziert werden, stößt das auch wieder jede Menge CO2 aus. Aber irgend etwas ist ja immer. Ähnliche Überlegungen könnte man bei ganz vielen Konsumgütern anstellen. Es wird an ganz vielen Stellen bewusst Schrott produziert. Die Kunst ist es doch heute, ein Gut herzustellen, dass genau so lange hält, dass der Kunde es nicht als minderwertig empfindet. Farbfernseher haben früher locker 10-15 Jahre gehalten. Die Flachfernseher heute sind nach der Hälfte der Zeit im Müll gelandet und die meisten finden das normal. Die Liste ließe sich noch ziemlich lange fortsetzen. z.B. durch Haushaltartikel so ziemlich jeder Art (Spülmaschinen, Waschmaschinen, usw.).
Beim e-Auto müssen wir erst einmal reichlich in die Infrastruktur investieren. Ob das in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet jemals gelingen wird, halte ich für zweifelhaft. Es sei denn, wir machen den Autofahrern klar, dass eine Stunde an der Ladesäule stehen total in ist. Fahrzeuge vor der Haustüre zu laden schließe ich für die meisten Bewohner aus. Ein Thema zu dem ich bisher noch nichts gelesen habe, ist die Entsorgung von e-Autos. Wie läuft das ab? Kann ich so ein Auto wie heute einem Schrotthändler auf den Hof stellen und gut ist? Oder muss ich eventuell die Entsorgung des Akkus bezahlen? Was ist, wenn ich das Geld dafür nicht habe? Das kommt mir ein wenig so vor wie damals (Ende der 70er / Anfang der 80er) die Diskussion um die Entsorgung des Atommülls. Wir bauen erst mal die Kraftwerke. Den Rest sehen wir später. Das ist jetzt 40 Jahre her und wir sehen immer noch.....
Bei e-Fuels könnten wir die vorhandene Infrastruktur nutzen. Das wäre quasi von jetzt auf gleich umsetzbar. Eine Umrüstung bei vorhanden Fahrzeugen wäre nicht notwendig.
Man könnte relativ einfach (weil es die Infrastruktur schon gibt) die Autobesitzer mit einer Umrüstprämie dazu bewegen, mehr LPG zu verbrennen. Das würde ca. 20% CO2 einsparen und das Feinstaubthema wäre nebenbei mit erledigt.
Und eine letzte Frage, auf die ich bis heute keine Antwort gefunden habe: die Weltbevölkerung wächst ständig. Schwellenländer möchten auch gerne mal etwas von unserem Wohlstandskuchen abhaben. Die Länder der 3. Welt werden dem folgen. Der Anspruch ist ja durchaus legitim. Ist es überhaupt möglich, ein ganz normales Leben aller Menschen auf diesem Planeten CO2 neutral zu gestalten?
Und jetzt mal zurück zum eigentlichen Thema dieses Threads: wenn ich mir diese von mir nur angerissenen Themen anschaue, stellt sich mir die Frage, ob ein Tempolimit und die damit verbunden Reduzierung es CO2 Ausstoßes diesen Planeten auch nur ansatzweise retten wird. Ich denke, wir haben viel größere Baustellen.....