Moin,
welche Art von Getriebe man bevorzugt hängt davon ab, was man von dem Wagen erwartet.
Ich habe einen DSuper 5 mit langem 5. Gang viele Jahre im Alltag gefahren, ab 40 Km/h im 5. Gang ruckelfreies beschleunigen, dann logisch, keine Rakete. Schnell 195 Km/h sind drin, sparsam - bester Verbrauch war 7,8 L auf 100 Km, Reisegeschwindigkeit am Ende erste Vergaserstufe (4.000 U/min) ca. 150 Km/h, dabei sogar ziemlich leise und als Dauergeschwindigkeit über Stunden gut zu ertragen. Die Schalterei geht manuell auch leicht von der Hand, wenn nix verstellt ist. Weiterer Vorzug wie weiter oben schon erwähnt, unter der Haube ist nix verbaut, Wartung und Pflege lassen sich einfach bewerkstelligen.
Halbautomaten sind technisch schon tolle Dinger, aber stellen hohe Anforderungen an den technischen Zustand,. Z.B. ein ausgeleierter Vergaser wird das Schalten und ganz besonders das Anfahren zum Erlebnis machen. Rangieren ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, nicht nur wenn keine Einstellung stimmt, auch im Normalfall. Einen Schalter kann man mit leicht schleifender Kupplung und Bremse fein dosiert ganz zart manöverieren. Ein Halbautomat kuppelt beim Bremsen aus. Wartung und Pflege sind etwas schwieriger, weil, wie auch schon jemand sagte, der Motorraum arg voll ist. Als IE-Modell mit Sicherheit die teuerste "Unterhaltungsvariante", ist ja auch am meisten drin. So einen würde ich nur nehmen, wenn die gesamte Technik absolut top ist und dann zusehen, dass es bitteschön auch so bleibt. Mir persönlich sind Halbautomaten einfach zu aufwendig in der Pflege. Ein gut gepflegter macht aber schon Spaß.
Borg-Warner finden alle Scheiße, weil die wenigsten sie kennen. Ich habe 2 davon leider im Alltag "verbraucht". Zu dem Getriebe passt am besten ein 23 IE, der hat genug Schub. Ein gut laufender IE und ein ordentliches Getriebe (beides gesund und gut gepflegt) reichen ebenfalls für gut 200 Km/h auf der Bahn und Reisegeschwindigkeiten um die 160 Km/h. Vorteil des Konzeptes: Super easy Handling, recht leerer Motorraum, Getriebe benötigt regelmäßig seinen Ölwechsel und Einstellung der Bremsbänder, akzeptabler Mehrverbrauch, ca. 1 Liter / 100 Km. Guter Zustand beim Getriebe heißt: die Gänge wechseln ohne jedes Aufsehen die Fahrstufe, der Kick-Down funktioniert, schaltet der nicht butterweich oder zur falschen Zeit, sind ggfs. die Bremsbänder nachzustellen oder bereits tot. Wenn man beim Anfahren voll aufs Gas geht, hebt die Karre spontan die Nase an und wetzt los, als hätte ihr jemand in den Arsch getreten. Wenn nicht, sind die Klappen im Wandler fest, was auf mangelnde Ölwechsel hindeutet, dabei kann der Wandler auch sein Leben bereits ausgehaucht haben. Gehen nach dem Warmfahren die Vorwärtsgänge nicht mehr und die Fuhre mag nur noch rückwärts, dann hat es die Lamellenkupplungen im Getriebe hinüber gerafft.
Ein BW-Auto hat bei mir rund 100.00 Km mit Anhänger (PKW-Transporter) durchgehalten, dann war das Auto Schrott (Rost), das Getriebe hatte da über 200.000 KM auf der Uhr und lief immer noch.
Mir hat das Fahren mit den Vollautomaten am besten gefallen, deshalb fahre ich heute noch Citroen mit Automatik.
Beste Grüße
Tilo