Selbstverständlich denkt, schreibt und spricht der Mensch aus seinem Leben, und logischerweise ist dasselbe vom Beruf geprägt. Dafür bräuchte es keinen Wittgenstein.
Nur ist es reichlich überheblich, wenn man da bei Handwerkern von einer sprachlichen Wüste faselt. Das ist Unsinn. Logisch spricht ein Handwerker anders und denkt anders, als ein Wissenschaftler. Er denkt aber nicht minderwertig. Er denkt realer, näher an der sinnlichen Welt, seiner Lebenswelt. Philosophie kann aber jeder. Nicht jeder gleich und nicht jeder gleich gut, aber das ist eine anthropologische Grundkonstante, die sich aus dem Wissensdurst und der Tatsache nährt, dass wir nicht nicht denken können. Gut, es mag da Ausnahmen geben. Wer Thomas Mann las, weiss, worauf ich anspiele. Wer es nicht weiss, kann sich das googeln sparen. Es geht nur um ein gutes Buch.
Bei Ingenieuren, und vollends bei Physikern wird es komplett absurd, von einer sprachlichen Wüste faseln zu wollen. Der Ingenieur braucht eine Imagination, die jeden Künstler übertrifft, und er muss sich dabei einer Genauigkeit bedienen, die sich ein Künstler oder Philosoph gar nicht erst vorstellen kann.
Dem Physiker ist die Phantasie und die Philosophie nicht nur notwendig. Sie ist Triebfeder und Werkteug für sein tun.
Du liegst soweit daneben, dass einem die Begriffe für ein Gleichnis ausgehen können, wenn Du den Künstler, und in Deinem Fall den mittelprächtigen Literaten, für all denen überlegen hältst!
Der Ingenieur macht die Luftschlösser möglich, die sich Literaten erträumten. Nimm da mal Jules Verne als Beispiel, oder den Typen, der Sar Trek ersann. So ganz nebenbei ersann er dabei sprachbediente Computer und das, was wir heute als Smartphone kennen. Jahrzehnte später gibt es das tatsächlich, und noch ein paar Dinge mehr. Dem Ingenieur und Physiker seis gedankt.
Und dann kommst Du, und trampelst mit ungespühltem Mundwerk darauf herum, nicht wahrnehmend, wie gross der Beitrag der von Dir geringgeschätzten war!
Überlegenheit drückt sich nicht in Arroganz aus, und ein paar Fremdworte in einem nicht einmal gut formulierten Text machen aus dem alternden Löchersieb, was einmal ein brilliantes Hirn gewesen sein mag, noch lange keinen Salzstreuer, aus dem edles fleur de sel rinnt. Mir scheint, es hat mit Glück zu tun, wenn da nicht Gips drin steckt, der in Jahrzehnten der Kondensatbildung - ein Physiker wüsste was ich meine, Du kannst es nicht fassen - auch noch fest ward, so dass da nicht einmal mehr was rieselt...
Ein Wasserkopf mag gut dazu sein, alle Haare zu behalten. Er ist hingegen eben kein Garant - und weit ab vom Sinnbild - für geistige Potenz.
A propos Geist: Weniger vom Weingeist wäre ein Anlass zu neuer Hoffnung. Ich weiss das. Ich weiss, wie klar es sich nüchtern denken lässt. Allerdings braucht das eine seelische Stabilität, man kann auch von Resilienz sprechen, über die selbsternannte Künstler wie Du wohl eher nicht in dem Masse verfügen, welches ein solches Leben voraussetzt.
Und ja, ich gebe zu, rechnen kann auch ich nicht. - Ein wenig mehr als Mansons gefühlten Relativismus bringe ich dennoch zu Stande.
Ich gebe allerdings auch zu bedenken, dass mich Zahlenakrobatik im Zusammenhang mit Covid immer weniger interessiert. Hitzige Diskussionen über mögliche Impfnebenwirkungen und Wirksamkeitsquoten oder Ansteckungswahrscheinlichkeiten sind doch eher was für Ungeimpfte. Ich gehöre nicht dazu, und könnte das nicht einmal dann mehr ändern, wenn ich wollte.
Mehr, als sich impfen zu lassen, kann man nicht tun. Müssig, da noch über Zahlen zu diskutieren. Insbesondere dann, wenn die Covid-Massnahmen sowieso quasi unterschiedslos gelten. Ausnahme eigentlich nur in Restaurants oder in für mich nicht relevanten Freizeitaktivitäten.
Ganz ehrlich: Die Massnahmen, die mich ja trotz Impfung überwiegend immer noch treffen, nerven so langsam. Warum kann man nicht einfach eine Impfpflicht machen, und dann den Quatsch vergessen und wieder leben wie zuvor? Ich frage das nur, weil die Freiwilligkeit ja, das war von Anfang an klar, nicht ausreicht, um die Wellenproblematik und die einher gehende Belastung des Gesundheitswesens auf Jahre hinaus zu vermeiden.