Danke dafür.
Ich verlinke keine "Faktcheckerseiten".
Der Hinweis auf eine frühzeitige Behandlung setzt voraus, daß man die Krankheit als potentiell gefährlich wahrnimmt.
Auch Wasser wird überdosiert lebensgefährlich. Wer hat wo geschrieben, man solle sich mal eben eine Tonne Vitamin D einwerfen?
Inzwischen wird Vitamin D und seine Rolle im Immunsystem recht gut verstanden und die Wirkmechanismen sind vielfältig beschrieben.
In der Handlungsempfehlung für niedergelassene Hausärzte der Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam.de) findet sich ein Abschnitt zu Vit D
"Vitamin D : Aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Belege, die für eine verbesserte
Abwehr respiratorischer Infekte sprechen – wahrscheinlich auch für Covid-19 zutreffend
– erscheint es ratsam, dass alle älteren Personen (insbesondere Altenheimbewohner)
prophylaktisch 1.000 (-2.000) IE/Tag einnehmen (kostet als Selbstmedikation pro Tag
nur wenige Cent). Bis auf seltene Ausnahmen ist eine Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels
dabei allerdings nicht sinnvoll – die Substitution verursacht (bis max. 4.000 IE/Tag)
keine unerwünschten Wirkungen. Von der Einnahme oder parenteralen Gabe von hoch-
dosierten Präparaten raten wir ab."
Auch Schamanen? Da die Seite, die hier für wilde Schnappatmung gesorgt hat, darauf verlinkt, liegt die Vermutung natürlich nahe.
Wie bei allen neuen Krankheiten entwickeln sich Behandlungsansätze vielfach erst mal aus der Praxis. Ärzte erkennen Symptome, die von anderen Krankheitsbildern bekannt sind und wägen ab, ob die dort verwendeten Medikamente helfen könnten. So fanden zum Beispiel Kortikosteroide ihren Weg in so ziemlich jedes klinische Behandlungsprotokoll.
Ein anderer Weg sind in vitro Versuche mit bekannten Wirkmitteln. Wenn keine anderen Mittel zur Verfügung stehen und die Nebenwirkungen vertretbar erscheinen, finden sich Ärzte, die es lieber auf einen Versuch ankommen lassen, als ihren Patienten beim Sterben zuzusehen. Gelegentlich etablieren sich so Medikamente, die für völlig andere Krankheiten entwickelt wurden als neuer Standard für eine neue Krankheit oder eine bekannte Krankheit, für die es bisher nichts besseres gab. Das nennt sich dann "off label use" und ist keine Seltenheit.
Nicht immer findet sich genug Interesse und Geld, um die Wirksamkeit mit eine Studie zu überprüfen. Und trotzdem bildet sich mit der Zeit ein aus der Erfahrung gewonnener ärztlicher Konsens für den Einsatz dieses Medikaments. Bis vielleicht ein Arzt einen neuen Ansatz findet oder unerwünschte Nebeneffekte erkennt.
Wie jede Wissenschaft ist auch die Medizin nicht in Stein gemeisselt sondern operiert mit Annahmen und Hypothesen, die morgen schon Schnee von gestern sein können. Daran ändern auch die großen als Goldstandard gepriesenen pharmakologischen Studien nichts.
Die in der teuflischen Seite genannten Medikamente und viele andere mehr werden in vielen Ländern, mit (nicht durch große Studien nachgewiesenen) guten Ergebnissen verwendet. Jeder mag für sich selbst entscheiden und mit seinem Arzt eine Behandlung vor der nie ausgeschlossenen Einweisung ins Krankenhaus in Erwägung ziehen. Oder auch nicht.
Mich irritiert nur, daß ausgerechnet bei Covid jeder Ansatz für eine Behandlung als ketzerisch angesehen wird. Und zugleich starren wir alle wie die Kaninchen auf die Zahlen der Intensivbetten. Ich muß die Welt nicht verstehen, für mich jedoch steht sie Kopf.
Aber, die gute Nachricht auch für alle, die erst vertrauen, wenn eine Zulassungsstudie der Pharmaindustrie verfügbar ist: die ersten der großen Phamakonzerne, Merck, Pfizer und Co haben ihre Arzneien für die frühzeitige Behandlung von Covid schon für die Notfallzulassung in den USA eingereicht...
Mit sonnigen Grüßen,
Fabian