Komisches Verständnis von "sofort". Fast zwei Jahre sind für Dich also immer noch sofort. - Ich will nicht erleben, dass bei Dir mal was länger dauert. Da hab ich dann vermutlich unterdessen schon den Pensionsantrag gestellt...
Ich hab niemanden gebrandmarkt. Bin Nichtraucher und hantiere nur selten mit Feuer.
Und ja, da läuft was falsch: Dass an die 30% der Bevölkerung auch nach zwei Jahren noch nicht willens sind, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Daraus resultiert nun zum vierten Mal binnen zwei Jahren eine - diesmal an sich vermeidbare - Überlastung des Gesundheitssystem.
Wenn das nach Sündenbock riecht, dann wohl nicht ganz unberechtigt.
Wenn das Virus mit sich debattieren liesse, hättest Du Recht. Dann wäre das eine unbehagliche Situation in einer Demokratie. Das Virus ist aber kein Geiselnehmer, mit dem man verhandeln kann. Folglich ist eine Debatte auch nicht zielführend. Vielleicht liegts daran, dass die Kompromissbereitschaft derer, die gegen das Virus das möglichste getan haben, langsam gen null tendiert.
Das Virus ist ja auch so unglaublich antiautoritär und offen für Alternativen!
Ganz davon abgesehen, dass man ausser kategorischer Ablehnung von Impfgegnern, Querdenkern und Coronaleugnern und -verharmlosern auch jeden Tag gesagt bekommt, wie man es besser macht.
Im Ernst: Da hört man nur, wie es nicht geht. Offenbar halten die nichtstun für die Alternative.
Wie herrlich viel bessere Ideen die Kritiker der Corona-Massnahmen haben, kann man dieser Tage bei der FDP sehen. Lindner war, nebst der AFD, immer bei den ersten, die nicht gut fanden, was getan wurde, und zwar relativ egal, was das jeweils war.
Nun kommt er ans Ruder. Kann sich Opposition (wo ein blosses, kategorisches "nein, so nicht!" noch reichte) nicht mehr leisten. Hat er alternativen gebracht? Hat das irgend ein anderer der sog. Kritiker auf verantwortungsvolle Weise getan?
Oder ist es nicht doch so, dass man sich mit den Massnahmen nach dem Virus und der Situation in den Krankenhäusern richten muss, und etwa Pflegekräfte eben dort auch nicht die Wahl haben, sich eine bessere Alternative heraussuchen zu dürfen? Übrigens genau weil es so Idioten gibt, die meinen, eine Weigerung, die Situation anzuerkennen, sei eine Alternative...
Nochmal: Das Virus schickt keine Parlamentäre! Verhandeln ist da zwecklos. Man muss mit dem arbeiten, was die Pandemie liefert. Das IST alternativlos, wenngleich man damit verschieden umgehen kann. Man muss aber damit umgehen. Anders gehts wirklich nicht.
Was passiert, wenn man sich Zeit für demokratische Willensbildung nimmt, erleben wir gerade. Ist das etwa das bisher Beste, was getan wurde?
Wenn eine Bombe hochgeht, setzt man sich dann auch erst zusammen und handelt aus, was zu tun ist? Oder rettet man, was zu retten ist?
Folge der Demokratie, während die der Pandemie untätig weil unentschlossen hinterhersieht, wäre besser?
Ich frag ja nur. Soll ja schlecht sein, keine Alternativen zu haben.
Noch übler ist allerdings, wenn denen, die Alternativen einfordern selber keine einfallen, man aus lauter Rücksicht auf eitle Befindlichkeiten das, was man tun kann, dann aber auch noch lassen muss, nur damit es nicht alternativlos wirkt.
Ich hab nie verstanden, warum sich Spahn dafür Kritik anhören muss. Moderna schützt soweit ich weiss sogar besser als Biontec, jedenfalls nach so sechs Monaten, und ist auch nicht problematischer, was die Nebenwirkungen angeht. Ich bin, wie die meisten Schweizer, doppelt mit Moderna geimpft und werd wohl in ein, zwei Monaten auch noch den Booster damit kriegen. Was ist daran ein Problem? Moderna ist doch nicht AstraZeneca.