Einige Beträge empfinde ich zu tiefst verstörend. Bei jeder hier geschriebenen Zeile, ist in der Ukraine ein Mensch erschossen oder verwundet worden. Das sollte für etwas mehr Respekt reichen, dass fordert etwas mehr Demut.
Fakt ist, dass kein Land dieser Welt ein anders Land angreifen darf. Dazu gibt es kein Recht. Das ist nicht moralisch, das ist von 193 Staaten dieser Welt unterschrieben worden.
Fakt ist, dass Fehler oder aggressives Handeln anderer Staaten in der Vergangenheit, ebenfalls kein Recht ableiten, ein Land anzugreifen. Ob in Serbien, Iran oder sonst wo Unrecht geschehen ist, leitet keinen Anspruch auf einen neuen Krieg ab. Weiterhin kann eindeutig gesagt werden, dass Russland die Ukraine angegriffen hat und das seit Monaten (einem Jahr) oder deutlich länger, diesen Krieg vorbereitet wurde. Es gab absolut keinen ernsthaften Versuch durch Gespräche und Verhandlungen irgend etwas zu lösen. Putin hat sich geweigert mit der frei gewählten Regierung der Ukraine zu reden.
Geschichtlich ist eindeutig, dass die Ukraine in den letzten 100 Jahren mehrfach fürchterlich unter den Gewaltorgien der Sowjet Union/Russland gelitten hat:
- 1917-1920 Kampf gegen die Ukrainische Selbstständigkeit, ca. 8-10 Millionen Tote. Siehe Machno-Bewegung.
-1932-34 aushungern der Ukraine mit ca. 3-7 Millionen Toten, siehe Holodomor
- 1940 bis 1945 waren es die Deutschen, die wiederum an die 6 Millionen Menschen umgebracht haben
- bis 1991 Unterdrückung, danach massive Versuche das Land zu einem Vasallenstaat zu machen
- 2014 indirektes und direktes Eingreifen um den Vasallen zu halten - wieder Tote und Verletze. Die Besetzung der Krim (wie oft wurde die zu Sowjet Zeiten "gesäubert" ?)
Zur Nato: Wo bitteschön ist ein Schriftstück, ein Vertrag zu finden, wo explizit die Erweiterung "Richtung Osten" ausgeschlossen wird. Gerüchte habe ich auch gehört und es auch lange so gesehen. Was mich irritiert ist, dass Russland erst jetzt, mit beginn der Okkupation, diese Geschichte streut. Jahrzehnte war davon keine Rede, es wurden sogar Verträge zwischen Nato und Russland zur Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich geschlossen. Da war Putin mit dabei, da gab es die Erweiterung der Nato schon bzw. war klar, was die Nato plant bzw. das ehemals durch die Sowjet Union okkupierte Länder ihre Existenz nur in der Nato sehen. Traurig genug! Nebenbei sollte sich einmal angeschaut werden, welchem Druck Finnland und Schweden mal mehr, mal weniger ausgesetzt sind Klar, gerade diese beiden Staaten sind als imperiale Großmacht schon häufig negativ aufgefallen....
Unabhängig davon hat jeder Staat das Recht, sich zu bewaffnen oder auch nicht, der Nato oder der OVKS, Harrie Chrishna oder den Mainzelmännchen beizutretend - das ich alle vier Organisationen Scheiße finde, spielt absolut keine Rolle. Wer bitteschön maßt sich an, die Souveränität einzelner Staaten mal so, mal so zu deuten? Wenn es eine allgemeine Übereinkunft gibt (Charte der Vereinten Nation https://unric.org/de/charta/), dann hat sie bitteschön auch eingehalten zu werden. Das sind die Regeln, das wurde gemeinsam erarbeitet (Danke dir Stéphane Hessel).
Letztendlich ist der Einmarsch in die Ukraine der Anfang vom Ende einer Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg so geschockt war, dass sie zumindest ein bisschen versucht hatte daraus zu lernen. Diese Zeiten sind scheinbar vorbei - letzte Nacht haben es drei Länder nicht geschafft eine Resolution zu unterstützen, die absolut Eindeutig war und durch ihre Enthaltung deutlich gemacht, dass die Charta der Vereinten Nationen kurz davor steht in den Büchern der Geschichte zu verschwinden.
Meiner Meinung nach ist es jetzt Zeit eindeutige Signale zu senden. Wollen wir akzeptieren, dass Putin mit einer nie dagewesenen Klarheit, jedem mit einem Angriff von Atomwaffen droht, der den Menschen in der Ukraine hilft? Wollen wir abwarten, ob Schlaumeier A hier im Forum Recht hat, und nur ein bisschen Krieg in der Ukraine tobt, oder Schlaumeier B (ich) recht hat und wir dem Anfang einer Globalen Katastrophe beiwohnen?
Mir reicht das jetzt schon geschehene. Ich habe keine Lust in einer Welt zu leben, wo jedes Handeln geleitet wird vor der Angst, das dem große Bruder in seinem Palast gerade der Köttel quer liegt. Ich will sagen können, was ich denke, ich möchte gesagt bekommen können, das ich Blödsinn rede. Und ich möchte in einer Welt leben, wo die Speichellecker und Kriegsgewinnler einfach nicht mehr einen Putin an der Macht halten und wollen.
R.