Wenig ist kein Problem. Das kenne ich aus der Schweiz auch nicht anders.
Das Problem bisher ist, dass er dies wenige auch immer erst dann sagt, wenn er schon nicht mehr anders kann. Er agiert nicht, er reagiert.
Erlaube mir den Vergleich mit einem Piloten: Für den ist die sogenannte situation awareness wichtig. Er muss immer wissen, wo sein flieger ist, und in welcher Fluglage er sich befindet, und er muss immer in der Gegenwart schon wissen, wo er hin will, und wie er dahin kommt. Das sieht dann so aus, dass ein Flugzeug, dessen Pilot nur noch auf das reagiert, was gerade passiert, statt vorauszuahnen, was die nächsten logisch möglichen Vorgänge sind, schon so gut wie verunglückt ist.
Es war letzthin von Autofahrern die Rede, die es, meist ohne Not, fertig bringen, am Ende der Beschleunigungsspur einer Autobahneinfahrt stehen zu bleiben. Das passiert, wenn man nur reagiert, statt aufmerksam und mit klarem Ziel zu fahren.
Ein Problem dieser Art hat der dt. Bundeskanzler Scholz momentan in und mit seinem Amt.
Es ist schlicht unwürdig, wenn er immer wieder Tage braucht, um auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren, und dann, wenn er mal nicht Tage braucht, vor laufenden Kameras versagt. Das macht genau den Eindruck, wie einer, der am Ende einer Autobahneinfahrt steht, bis ihm dann doch noch ein Ausweg einfällt, der Not gehorchend und lange nachdem eigentlich alle für das Einfädeln wichtigen Dinge schon Geschichte sind. So wie bei der Rede Selenzkys im dt. Bundestag. So wie mit Waffenlieferungen vor und bis Tage nach dem Überfall auf die Ukraine.
Dass da sein Auftritt gestern mit Stammeleien vor der Weltpresse wenig überzeugte, ist dagegen schon unbedeutend. Das kann halt mal passieren, in einem vollen Tag.