Warum nicht? Inzwischen ist die Materialkunde ein Stück weiter fortgeschritten als in den fünfziger Jahren, und der Bedarf für einfache, simpel gemachte Fortbewegungsmittel war immer da. Es geht, das hat Tata bewiesen, mittlerweilen auch ohne Zweitakter, und den Elektronik-Hype in modernen Autos habe ich nie verstanden.
An sich reichen ein paar primitive Chips für Motorsteuerung, ABS und Wegfahrsperre. Ein paar Sekundärfunktionen wie Tempomat, kriegt man sicher auch noch auf dem Motorsteuergerät direkt unter, wenn man das so bauen will, dass wenig Chips gebraucht werden. Selbst eine Zentralverriegelung müsste sich eigentlich bei der Wegfahrsperre einordnen lassen. Head-up Display ist in so einem Fall verzichtbar.
Das Notrufsystem ist sowieso Datenschutzrechtlich nicht unbedenklich. Da müsste man halt EU-Recht rückanpassen, damit Neuwagen sowas nicht brauchen, und schon sind wieder ein paar Chips weniger nötig. Radio: Das kann man wie früher machen, und einfach die Kabel und Stecker verlegen, und einen DIN- oder Doppeldinschacht vorsehen. Wenn man die Karosserie vernünftig formt, wird nicht einmal die Rückfahrkamera und der Parkpiepser vermisst.
Für die Fenster kann man notfalls Ausstellfenster hinten und Kurbeln vorne vorsehen. Klimaanlagensteuerung kann man mit dem Motorsteuergerät machen, wenn man will, denn das muss sowieso wissen, ob der Kompressor an ist oder nicht. Für Cockpit und Anzeigen braucht man keine Mikrochips wenn man die nicht haben will. Und so ganz nebenbei verschwinden dann auch Touch-Screens, die im Auto sowieso nicht sicher bedienbar sind.
Sinnvollerweise versucht man sowas möglichst als BEV oder Hybrid zu bauen, was den Ölbedarf klein hält und zusätzlich den Primärenergiebedarf senkt. Möglicherweise zahlt man das mit dem Bedarf an ein oder zwei weiteren Steuergeräten.
Davon, dass man die für automobile benötigten Funktionen, statt mit proprietären Microcontrollern, für die es dann genau eine einzige Quelle gibt, auch mit Standardware, die es von mehreren Herstellern zu beziehen gibt, und die darüber hinaus langfristig besser verfügbar sind, bauen kann, ist dann noch nichts gesagt.
Wenn man dann noch die Anzahl der Teile auf ein wieder vernünftigeres Mass reduziert, etwa, indem man die Tagfahrscheinwerfer streicht und einfach das Abblendlicht als TFL schaltet, und Anbauteile wie Rückspiegel und Stossfänger nicht mehr zwingend in Wagenfarbe sein müssen, kann man in Logistik und Produktion auch noch mal die eine oder andre Lagerhalle und die eine oder andere EDV sparen, so dass die Rückentwicklungskosten noch nicht einmal so drastisch ausfallen, weil ein Teil davon schon hinter den Kulissen kompensiert werden kann. Zudem steigt so im Fall einer Lieferschwierigkeit die Ersatzteilverfügbarkeit, weil es mehr Gleichteile gibt.
Zusätzlich könnte man vieles einfach wieder mal so bauen, dass es hält, und nicht so, dass man möglichst viele Ersatzteile verkaufen kann, die man ja im Zweifel nicht (mehr) hat, oder nur mit viel Aufwand die Verfügbarkeit langfristig garantieren kann, wenn man nie weiss, wo als nächstes die Lieferketten wegbrechen.