Und ausgerechnet gestern habe ich die Stampa nicht gelesen ...
Chomsky mein Held ist mit Manson einer Meinung, dass nur ein gesichtswahrender Friedensschluß Putins Morden ein Ende bereiten könnte, ein autonomer Donbass und die Krim zu Russland etwa, er nennt eine solche Lösung pragmatisch aber "ugly", weil es die Agression belohnt. Soweit so richtig und nachvollziehbare Herzensangelegenheit der Friedensbewegten.
Den Frieden müssen aber auch (zuerst!) beide Kriegsparteien wollen. So lange die einen sich weiter verteidigen wollen und um Waffen bitten und die anderen glauben, noch Gelände gewinnen zu können, sieht es nicht danach aus.
Die Falken in den USA, anfangs überrascht von der kläglichen Vorstellung des russischen Militärs, sehen jetzt natürlich die Möglichkeit, Russland zu schwächen und sie sich weiter verausgaben zu lassen in ihrem unsäglichen Krieg. Die liefern lieber Waffen für den Gegner als auf Beendigung zu drängen, Militär- und Machtlogik eben.
Ich glaube nicht, dass ein langfristiger Plan der USA dahintersteckt. Es wird "nur" die Lage genutzt. Auch die vieldiskutierte Nato-Erweiterung bestand doch mehr aus dem Zulauf der Schutzsuchenden als dem Einsammeln von Verbündeten. Wenn man nur daran denkt wie sich Polen angebiedert hat bei den USA, wie bereitwillig Kontingente in den Irak geschickt wurden und beinahe ein "Fort Trump" mit US-Truppen Präsenz dort errichtet worden wäre. Da kam nur der amerikanische Wähler dazwischen. Und man frage mal auf dem Baltikum, ob man irgendwie in die Nato "gedrängt" worden sei.