Das ist Ansichtssache. Innovativer als seine Vorgänger, die einfach nur auf eine Putin-Pipeline setzten, ist er schon mal, und wie gesagt, auch nach dem Erdgaszeitalter werden Gasterminals noch weiter von Nutzen sein.
Eine Fehlinvestition sieht anders aus. Siehe Nordstream 2.
Den Rest kann man als Feuerwehreinsatz sehen. Wenn die Fabrik brennt, löscht man. Dass die Entwicklungsabteilung weiterarbeitet, hat frühestens ab dem Tag nach dem Brand wieder Priorität. Man ist dann schon glücklich, wenn man beim Wiederaufbau nicht bei null anfangen muss.
Gerade geht es immer noch um die Frage, wie Deutschland ohne russisches Gas durch den Sommer und den nächsten Winter kommen soll. Angesichts der Tatsache, dass der Gasausstieg mal für Ende 2025 angekündigt wurde, hat der Wirtschaftsminister wohl keinen so sehr schlechten Job gemacht, wenn er jetzt noch keine Panik schieben muss.
Man kann natürlich kritisieren, dass ein Grüner nicht andere Prioritäten setzt. Dann muss man ihm aber zugestehen, dass all seine Vorgänger offensichtlich keinerlei Plan B für wegfallendes Erdgas aus Russland hatten, und er das jetzt ausbaden muss, und dass keiner seiner Vorgänger mit einem politischen Komplettausfall Russlands auch nur entfernt rechnete, und er damit jetzt umzugehen hat.
Davon abgesehen, muss - oder vielmehr müsste - er jetzt parallel aufholen, was die 10h-Regel und andere Torheiten in den letzten Jahren, die nicht wiederkommen, und für die Lösung der Klimakrise dringlichst gebraucht worden wären, verhinderten.
Dass die Wasserstoffherstellung aus Elelktrizität unrentabel sei, halte ich für ein Gerücht. Aber selbst, wenns stimmt, lässt sich das mit einer Rechtsänderung beheben. Würde das morgen erledigt, dann würde das aber die Gaskriese gerade auch nicht lösen. Insoweit gehört das hier in dieses Thema nicht hinein; es sei denn, man versuchte wenigstens, mir zu erklären, warum eben doch.
Dafür hatten wir hier schon vor dem Krieg andere Themen, wo das besser reinpasst. Und dass man vorher zehn Jahre gepennt hat, was erneuerbare Energie anging, und das jetzt ausgerechnet einem Grünen anrechnet, der seit letztem Jahr im Amt ist und seither nur Krisen kannte, also gar nicht zu seinen eigentlichen Prioritäten kam, noch dazu kommt, halte ich für typisch deutsch. Als könnte die richtige Partei in einem Jahr gutmachen, was andere in einem Zeitraum von je nach Problemfeld 70 (Energieabhängigkeit von Russland; politische Unabhängigkeit von Russland; Verteidigungsbereitschaft) bis 10 (Solar- und Windkraft) oder weniger Jahren (Wasserstoff, Covid...) verkachelt hatten.
Sorry, da bin irgendwie nicht ich der Träumer.