Das aber kann nicht überraschen. Geht in Russland ja auch so.
Gerade hab ich eine interessante Sendung im ORF gesehen, zum Thema Weizenkrise.
Die haben sich da in einer Tiefe mit dem Thema befasst, die in Deuschland nicht anzutreffen ist.
Das Problem da ist offenbar für Europa nicht die Menge, sondern die Düngerpreise, um die Mengen herzustellen, die benötigt werden. Bis hin zur Tatsache, dass Teils schon die Biovariante billiger als die konventionell produzierte ist, weil man im Biolandbau auf Kunstdünger verzichtet. Eigentlich also eine Chance, noch mehr auf Bio umzustellen, was im Zuge der erwünschten Nachhaltigkeit sowieso wünschenswert wäre.
Dass das die Ernährung erstmal massiv verteuert, ist so. Allerdings gibt sich das auch wieder, wenn auch die Spekulanten bei der nächsten Ernte sehen, dass genug Ware da ist. Es relativiert sich auch mit Blick darauf, dass beim Biolandbau weniger Umweltschäden entstehen, die dann externe Kosten auslösen. Das geht dann so weit, dass Biobauern teilweise nicht mehr Pflügen, um die Bodenfauna weniger zu stören, die ihnen den Dünger erspart, oder zur Erkenntnis, dass ein paar Rindviecher so verkehrt nicht sind, weil die gratis Dung liefern. Dafür brauchens halt auch Futter, und das ist ja eben auch teurer geworden. Jedenfalls, wenn es nicht vom Hof vor Ort kommt.
Auffällig ist aber, dass da weniger gejammert wird als in deutschen Dokus zum Thema. Probleme werden ruhig angesprochen und man erklärt, was man dagegen tun kann, und warum diese Probleme existieren.
Die Getreidepreise z.B. waren früher in A reguliert. Der Dorfbäcker kriegte, bis zum EU-Beitritt Mehl zum gleichen Preis, wie die Backwarenfabrik, die Supermärkte belieferte. Heute nicht mehr, und die kleinen haben nicht die Marktmacht, Preise zu drücken.
Da komme ich dann auf die nächste Idee: Warum lässt man sich die Zapfsäulenpreise gefallen, bei denen die Raffinerien heute 20ct. pro Liter mehr verdienen, als noch Anfang Jahr? Auch der
Staat könnte doch z.B. Raffinerien verstaatlichen, die russische Eigner quasi aufgaben (--> Schwedt). Wenn da dann die Marge reduziert würde, weil man das als Eigentümer kann, dann hätten die anderen Raffinerien die Wahl, Marktanteile zu verlieren oder auch wieder billiger zu liefern. In D jammert man stattdessen und subventioniert Treibstoffe.