Dem wäre ich nicht abgeneigt. Putin hat dann ja keinen Grund zur Beschwerde. Hat er umgekehrt auch gemacht. Der Vorteil der Guerrilla ist die Asymmetrie. Man kann da mit wenig Aufwand den Besatzer viel Geld und Truppen kosten. Putin hat mit so einer Situation nie gerechnet, und die Sanktionen hören mit Sicherheit nach einem russischen Sieg so bald auch nicht auf, zumal, wenn man sich mal drauf eingerichtet hat, ohne Russlands fossile Energie auszukommen, und sowieso zu den erneuerbaren hin will.
Eigentlich muss man für den Fall nicht gross Planen. Die Ukraine und deren Wiederaufbau ist dann russisches Problem. Der Westen wird aufrüsten, vermutlich schlimmer als im Kalten Krieg, und Flüchtlinge aufnehmen, und damit hats sich dann auch. Zusammen mit der Energie/Klimakrise und der Europoproblematik bei steigenden Zinsen brauchts dann aber auch nicht mehr.
Erdogan wird sich entweder als Problem biologisch lösen, oder man wird Seitens des Westens der Türkei zu verstehen geben, dass sie durchaus nicht gegen ihren Willen in der NATO bleiben muss, sondern sich gern Russland unterwerfen darf, wenn sie das für die bessere Variante halten. Dann hat sich die Skandinavienfrage für die NATO dann auch geklärt. Geht gerade nur noch nicht, weil sonst im Westen zu wenig Millitärgerät herumsteht. Kann man aber ändern, und nach einem Sieg Russlands in der Ukraine müsste man das auch. Weil die Baltischen Staaten ganz sicher nicht die gesamte Verteidigungslast für die NATO übernehmen können, und man gut dran tut, nicht mehr als unumgänglich von den USA abzuhängen, weil man da nie weiss, wie der nächste Präsident denkt.
Das ist der einfachere Teil der Antwort. Umso weniger verstehe ich, warum in ganz Europa noch nicht die Rüstungsindustrie auf Vollast arbeitet. Entweder, man braucht Waffen für die Ukraine, oder um die NATO aufzurüsten. Wohlverstanden die in Europa. So oder so: Das sollte alles gestern erledigt sein.
Scholz hats nicht kapiert. Schwere Hypothek, wenn man an die Zukunft in Frankreich nach der Parlamentswahl denkt.
So langsam dämmert mir aber, dass wohl Scholz gar nie wollte, dass die Ukraine bestehen bleibt. Dass der damit den Rest Europas tief in die Scheisse reitet, wird er als Bundeskanzler nie kapieren. Die nächste Wahl schafft er nämlich nicht mehr.
Zu meinen, man wolle der Ukraine möglichst nicht helfen, weil man gegen Aufrüstung ist, ist jedenfalls eine fatale Fehleinschätzung. Was anderes soll denn passieren, wenn einmal die Ukraine russisch ist? Dann bleibt nur noch Aufrüstung, und das nächste Schlachtfeld ist dann noch näher an Berlin. Es Wird das Baltikum sein, denn Polen als Binnenstaat ist nicht halb so interessant.