Weiter in der Sache:
Der XM stand rückwärts in der Garage, die Nebellampe brannte nicht, und die bestellte Glühlampe aus dem Internet passte nicht. Da ich den anderen Scheinwerfer öffnen konnte, wollte ich die Birne von dort auf der anderen Seite testen. Sie ging nicht raus – ich dachte, mich tritt ein Pferd! Jemand musste die angelötet haben (seltsamerweise hatte ich auch kurz daran gedacht, in den Sockel einige Löttropfen zu versenken, da an der Birne keinerlei Schäden zu erkennen waren).
Wer hat das passende „Leuchtmittel?“ Das gehört zur Schrauberkunst bei alten Autos dazu:
Wissen, wo man etwas herbekommt. Erfolgreich finden sich Teile im Großhandel, also Orte, wo eigentlich nur Firmen einkaufen können. Als Privatperson bekommt man alles, wenn man vor Ort aufschlägt.
Gesagt, getan und ich legte beim Elektrogroßhandel Prange in Düsseldorf die ominöse Birne auf die Theke und gab die Daten dazu. Der junge Mann schaut in den Computer, verschwindet im Lager und kommt mit etwas zurück, das ich schon von der Internetbestellung kannte.
Was nun? Großhandel allein genügt nicht, du brauchst auch den richtigen Ansprechpartner, und den hatte ich bereits vorher wahrgenommen, ein älterer Herr, der neben seinem Computer einen abgewetzten Katalog liegen hatte, so dick wie das frühere Telefonbuch Westberlins. Ich warf ihm einen schmachtenden und verzweifelten Blick zu, noch während er jemand anderen bediente, griff sein Daumen schon in die Nähe der richtigen Seiten, in Sekunden ließ er fünfzig Blätter durchrauschen, befeuchtete seinen rechten Zeigefinger und hatte „es“ und ich mein passendes Nebellicht – zu Hause eingesteckt und brannte.
Durch das Zerren an der Birne fiel das Licht auf der anderen Seite aus. Dort brauchte ich also die Gesamteinheit: Kabel, Lampe, Sockel.
Da kam mir dieser Geistesblitz mit dem Citroengroßhändler „Post“ und fragte dort nach, ob vielleicht die Nebelleuchte im CX mit der des XM der ersten Serie identisch sei. Bingo!
Zwei absolute Großtaten von mir. In der „Technik“ sahen meine „follower“ es anders. Sie gehören nicht zu den Menschen, die einen über Werbeaufnahmen zum Millionär machen können, sondern zu „Verfolgern“, die wie im Western aufsatteln und unter dem Motto: Steinkult – Wanted, dead or alive, wie auf Knopfdruck sich zu Wort melden. Es läuft immer gleich ab: theatralisch vorgetragene Konsterniertheit und Empörung. Klug, wer sich wer sich in diese Schiffsschaukel aus Bosheit und Dummheit nicht einmischt, schnell wechselt das Thema und zum Schluss landen sie zuverlässig in jene Ausgelassenheit, die mich an Ausflüge im Bus erinnern, wenn wir als Sekundianer das Lied anstimmten: „Wer hat die Kokusnuss, wer hat die Kokusnuss geklaut“.
Zwei Bemerkungen außerhalb des völligen Irrwitzes meiner Cowboygang, vorgebracht von zwar auch uneinsichtigen, jedoch unverdächtigen „professionals“, die mich stutzen ließen.
Beide sind völlig unverdächtig, zu meinen „followern“ zu gehören.
Manson: „H3 ist eine Norm.“
Ronald brachte ein Foto von der Nebelbirne mit Sockel und Draht, wie es aussehen sollte. Dazu der aufschlussreiche Kommentar: „Wie kann man nur die Birne da herausziehen wollen?“
Da musste ich laut auflachen und verstand, meine zwei Nebelbirnen bringen mich endgültig ins Pantheon der unvergesslichen Citroenschrauber, weil die „Profis“ werfen Draht mit wertvollem Kupferverbinder, guter Ummantelung und metallischem Sockel achtlos weg, während er entdeckte, dass die Birne, die es so gar nicht geben kann, doch existiert und also als erster, nachhaltig in all diesem dichten Nebel, das Licht der Erkenntnis gebracht hatte.
PS: Vermutlich ist es so, dass dieses neuere Teil aus dem Aftermarket auch in meinen Scheinwerfer passt. Wenn man es in der Hand hält, wird man das im Scheinwerfer sofort sehen. Eine H3 Birne, wie sie heute verkauft wird, steckt niemand in den Sockel eines Y3 Scheinwerfers - trotz aller Norm.