Mit aller Konsequenz heisst, dass man die Folgen eines (KÜNFTIGEN!) Importstopps für russisches Gas in Kauf nimmt. Es heisst nicht, dass man sich nicht überlegt, ab wann man sich so einen Importstopp erlauben kann, und es bedeutet auch nicht, dass man bei der Festlegung dieses Zeitpunktes sämtliche dt. Interessen ausser Acht liesse. Im Gegenteil, man überlegt sich da sehr genau, was Deutschland und die Deutschen ertragen wollen und können.
Wenn ihr mich fragt, ist es kein Zufall, dass die Lieferung deutscher schwerer Waffen so gut wie nicht in Gang kommt. Das dürfte dann auch der Grund sein, warum über NS1 überhaupt noch Gas nach D kommt. Ist nur eine Überlegung meinerseits, die zudem unbelegt ist, aber es passt zusammen, und so wie man Putin mittlerweile kennenlernte, passt es kaum anders zusammen.
Dass der soziale Ausgleich nicht funktioniert, ist der FDP zuzuschreiben, die auch dafür gesorgt hat, dass die Benzinpreissubvention so geschah, dass die Raffinerien das abgreifen konnten und es fast nicht bei den Tankstellenkunden ankam. Sowas kann die FDP sehr gut als Zünglein an der Waage, und denen ist dabei sichtlich sehr wohl. Das ist weder der SPD, noch den Grünen in die Schuhe zu schieben.
Ich erkläre mir das mit dem Nachwirken der einstmals verordneten und reichlich gehypten dt.-Sowjetischen Freundschaft, und es passt dann ja auch dazu, dass die eigenen Politiker schlecht geredet werden. Die BRD war ja eben lange der Klassenfeind und da hat man als gelernter DDR-Bürger schon immer sehr kritisch hingeguckt, wenn man was werden wollte.
Das ist wohl so in den Habitus übergegangen, dass sich das über Generationen gehalten hat und noch halten wird.
Russland-Deutsche (Spätaussiedler) tun ihr übriges, die - man kann es sogar verstehen - selbstverständlich Russland sehr verbunden blieben und bleiben.
Die, die damals in ihren vierzigern ihren Job for life verloren hatten, und zu alt für einen Neuanfang und zu jung für die Rente waren, sind heute Rentner. Sowas wirkt eher weniger über Generationen fort, glaube ich.
Der Hintergrund dürfte sein, dass Putin sein Ruf in Verbindung mit der Ukraine scheissegal ist, er aber, wenn er für Welthunger sorgt, dem Westen für ihn quasi kostenlos ein riesen Problem ans Bein binden kann.
Hat mit Dummheit rein gar nichts zu tun. Für Putin ist die kommende Flüchtlingswelle als Waffe schlicht mehr wert, als ein popeliger Vertrag mit Staaten, die er sowieso entweder vernichten will oder nicht ernst nimmt, weil er sie für schwach hält.
Und nein, das für Dummheit nehmen zu wollen, spricht nicht dafür, dass Du in der Lage wärst, überhaupt mit Blick auf Putin kritisch zu denken. Putin ist ein verschlagenes, perverses und machtgeiles, egoistisches, giftiges Arschloch.
So jemandem Dummheit zu unterstellen, nach all dem Geschick, was er die letzten 20 Jahre an den Tag legte, das ist schon Verharmlosung; jedenfalls Faktenwidrig, bestenfalls Wunschdenken.
Passt dann doch. Alles, was dem Westen Probleme macht, ist für Putin was erstrebenswertes. Putin denkt weit über die Ukraine hinaus, und freut sich über jeden, der das im Westen nicht mitkriegt.