Von Paris oder London bis Kaleningrad oder Moskau ist es nicht wesentlich weiter, als von da bis Berlin, wenn man in Marschflugkörpern denkt.
Das mit der Daseinsvorsorge kann man so sehen. Bei dem Geschick, das Scholz bisher an den Tag legte, hat er aber wohl kaum Zeit, sich zweimal umzudrehen, bis ihm das ungünstigst auf die Füsse fällt.
Ich bin nämlich nicht davon überzeugt, dass die paar Panzer für Putin den Unterschied machen. Der steht jetzt schon mit dem Rücken zur Wand, sonst gäbs keine Teilmobilmachung. Wenn man jetzt nicht dafür sorgt, dass die Ukraine alle Mittel hat, um ihr Territorium zu sichern, solange die Russen noch in der Tinte sitzen, sind das beste Voraussetzungen dafür, den Krieg zu verlängern. Putins Nerven sind jetzt schon dünn genug. Die werden mit jedem Kriegstag noch dünner, und wenn er irgendwann mal völlig austickt, dann ist der Atomkrieg da, auch wenn oder gerade weil man die Ukraine eben nicht nach besten Kräften und bei Zeiten unterstützt hat.
Im Gegensatz zu Russland hätte die Ukraine ein klares, eingegrenztes und gegenwärtig auch noch realistisches Kriegsziel. Russen raus, und dann kanns Frieden geben. Indem Scholz das nach Kräften verunmöglicht und so den Krieg zu Gunsten Russlands verlängert, tut er also genau das Gegenteil einer vernünftigen Daseinsvorsorge. Solange nämlich Krieg ist, hat Putin Tag für Tag die Wahl, ob er nun seine Atomwaffen einsetzt oder nicht.