Das Problem ist nicht unbedingt, wie oft sie fahren, sondern meist auch zu welchen Tageszeiten ÖPNV fahren.
Für viele, die Schicht arbeiten, fällt z.B. der ÖPNV weg. Je nach Größe der Firma und dem dementsprechenden Wohnumkreis der Mitarbeiter, wird es selbst für Nicht-Schichtarbeiter knapp. In der Ausbildung konnte ich mit dem Bus zur Arbeit, weil das Chemiewerk 2 Bus-Unternehmen beauftragt hatte, ihre Mitarbeiter aus der weiteren Umgebung abzuhohlen und nachmittags wieder heimzufahren. Ohne diesen "Werksbus" hätte ich in dem 40 Kilometer entfernten Chemiewerk keine Ausbildung machen können. Arbeitsbeginn war 7 Uhr; da der Bus aber ewig unterwegs war, um jedes Dorf abzuklappern, war er aber auch schon früh unterwegs. In unserem Ort fuhr er um 5:15Uhr los. Das ist schon 22 Jahre her und es hat sich seit dem nichts geändert. Als ich nach der Ausbildung in Schichtarbeit ging, ging kein Weg am eigenen Auto vorbei.
Es gab in unserem Ort zwar auch einen sogenannten "Nachtbus"; der diente aber eher dazu, die feiernden Teenager von der Disko heile nach Hause zu bringen.
Meine Cousine hat ihren Sohn im ersten Ausbildungsjahr jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit gefahren - es fuhr kein Bus. Er konnte nur den Heimweg mit dem Bus nehmen.
Solange man in einer Großstadt wohnt oder nur tagsüber in der Woche arbeitet, kann sich ÖPNV lohnen - aber alle die nachts, an Wochenden, oder früh morgens los müssen, sind ÖPNV bis heute keine Alternative zum Auto. Und dann gibs noch die, die Rufbereitschaft haben.