So ich möchte hier einige Erfahrungen zum Ölwechsel im Hydraulikblock ergänzen, Experten wie F1 Hydraulik empfehlen ja einen Wechsel des Hydrauliköls alle 20.00 km. Das ist vielleicht etwas übertrieben.
Ausgangssituation war auch bei mir (C4 GP, BJ 2010, 160.000km, THP155, EGS6) das oft beschriebene Ruckeln beim Anfahren bzw. Stop-and-go-Fahren. Also Hydrauliköl wechseln. Aber wie überhaupt? Am besten und auch für Hobbyschrauber zugänglich ist das Hydraulikmodul, wenn man das linke Vorderrad abnimmt und die Radhausschale ausbaut (geht ganz leicht, 2 Schrauben und ca. 6 Clips). Versucht es lieber gar nicht von oben oder von unten, gibt vor allem eine Sauerei beim Einfüllversuch! Ab jetzt Einmalhandschuhe tragen: Von der Seite kann man die Abdeckkappe des Ausgleichsbehälters gut abschrauben, auch wenn sie etwas hart zu lösen ist. Allerdings sitzt dahinter eine Art Plastikstern, sodass man keinen Schlauch zum Absaugen einführen kann (wenn dann, müsste es ein sehr dünner sein). Also zulassen. Nach dem vergeblichen Versuch, den Ausgleichsbehälter abzunehmen (im eingebauten Zustand ist es unmöglich), habe ich einfach das komplette Hydraulikmodul ausgebaut. Zuerst mit Diagbox den Druck ablassen! Wer keine Diagbox hat, kann evtl. auch nur den Stecker von der Hydraulikpumpe abziehen, dann Motor laufenlassen und hin- und herschalten bis nichts mehr reagiert und die Schaltung bei N stehenbleibt (ich habe das nicht probiert, es hat aber mit der Ursache meines Problems, siehe unten, zu tun). Jedenfalls Stecker von der Hydraulikpumpe trennen. Dann vorsichtig mit einem 14er Gabelschlüssel den Hochdruckschlauch lösen, Zeitungspapier oder Auffangbehälter darunterlegen, es tropft gewaltig. Danach von unten die vier M10er Schrauben des Hydraulikmoduls lösen. Wenn das Modul sich senkt, kann man mit dosierter Kraft (je nach Außentemperatur) den Niederdruckschlauch abziehen. Erst dann den Deckel des Ausgleichsgefäßes öffnen, das Ganze auf den Kopf stellen und das Öl in ein Gurkenglas o.ä. (später zum Sonderabfall, ist ja klar) gießen. Das hatte bei mir einen ganz schwarzen Bodensatz.
Jetzt neues Öl einfüllen, ich habe gemäß F1 Hydraulik LIQUI MOLY 1127 Zentralhydrauliköl genommen. 1 Liter reicht genau. Den Behälter bis oben hin vollmachen (beim Druckaufbau und Entlüften sinkt der Pegel dann ca. auf "min") und das ganze Modul aufrecht vorsichtig wieder einbauen. Das Schwierigste ist im Winter das Aufstecken des widerspenstigen Niederdruckschlauchs. Dann mit der Diagbox Druck aufbauen, entlüften und Getriebe neu anlernen. Evtl. auch mehrfach. Evtl. geht auch das ohne Diagbox, denn der Druck baut sich sowieso auf (man hört den Hydraulikmotor kurz laufen), aber man riskiert die Meldung "Fehler - Getriebe instand setzen lassen". Evtl. noch etwas Öl nachfüllen, damit der Stand wieder bei "max" ist.
Jetzt die Probefahrt, nach erster Einschätzung ist das Ruckeln weg, also noch die nervtötende Anlernprozedur für die Schaltung mit der Diagbox. Und die Ernüchterung: danach alles wie vorher! Auch der vielbeschworene Wechsel des Getriebeöls und des Druckspeichers bringen keine Besserung. Immer noch behauptet die Werkstatt, die Kupplung sei fällig. Bis dann der Fehler P0948 "Fehler Steuerung des Elektromotors der Elektropumpeneinheit" auftrat. Ursache war ein zunehmend schwergängiger und zuletzt defekter Motor der Hydraulikpumpe. Wie der gewechselt werden kann, werde ich an anderer Stelle im Forum beschreiben (nach P0948 suchen).