Ich gehe hier mal mit rein und beschreibe die Instandsetzung eines XM-Blinkerhebels - eventuell ist der vom Xantia ähnlich aufgebaut.
Ich habe die Operation jetzt bei 2 Hebeln durchgeführt und den ersten ausgiebig probegefahren (der andere ist jetzt Ersatzteil) und kann Euch berichten, dass sich ein neues Blinkgefühl eingestellt hat!
Die Symptome an meinen beiden Exemplaren:
1) ließ sich manchmal nicht "nach links" einlegen (Abhilfe: kurz nach rechts und dann nach links)
2) verursachte das beschriebene (unvermittelt bei Geradeausfahrt auftretende) hochfrequente Relaistickern (ohne dass die Blinker aufleuchteten)
Schuld an diesen Fehlern war zum einen der Verschleiß des - aus dem Plastik des Gehäuses bestehenden - "Ruhepunktes" für einen kugelförmigen Kontaktverbinder zwischen den metallischen Bahnen der Blinkmechanik.
Komplizierter Satz, deshalb ein Bild:
Der kugelförmige Kontaktverbinder ruht bei ausgeschaltetem Blinker in der Mitte.
Es ist federbelastet und wird durch den Blinkhebel auf der bogenförmigen Bahn bewegt und verbindet die lange mit einer der beiden kurzen Kontaktbahnen für L und R und sah so aus:
Man kann die Abnutzung jeweils gut erkennen - und auch, warum es beim Betätigen hakte.
Der Hebel mit dem Ticker-Problem hatte eine schräg abgenutzte Plastik-Mittelposition, wodurch das kugelähnliche Teil zu einer Seite verrutschte und den Kontakt wackelnd schloss.
Die Kugel habe ich mit Bohrmaschine, Feile, Schleifpapieren und Politur wieder herausgearbeitet; nach der Bearbeitung sieht die Kugel wieder so aus:
Um den mittleren Ruhepunkt wieder herzustellen benutzte ich folgendes Produkt:
(Ich bin natürlich mit dem Hersteller verwandt und verschwägert. Wenn Ihr Euch das jetzt alle kauft, bekomme ich horrende Tantiemen und muss nie wieder arbeiten gehen.)
Damit führt man ein re-modelling der Mittelposition derart durch, dass die Mittelkontaktkugel die Ebene der Leiterbahnen nicht mehr verlässt.
Keine Angst, die Arretierung der Mittellage des Blinkhebels wird durch eine deutlich aufwendigere Mechanik mit federbelasteten Röllchen sichergestellt.
Zu guter Letzt noch eine Aufnahme mit Streichholz, damit Ihr wisst, in welchen Größenverhältnissen wir arbeiten. Eine Kopflupe halte ich für nahezu unverzichtbar.
Das Blinkhebelinnenleben ist hoch interessant.
Dachte immer, dass der Schiebeschalter für Licht-An-Aus seine Kontakte im Blinkhebel selbst hat, aber auch das Ding ist eine aufwendige Mechanik, die zu Kontakten im Blinkerhebelsockel führt.
Auch das Tasten bzw. Rasten des Aufblendlichtes ist mechanisch mit dem Licht-Schiebeschalter gekoppelt.
Viel Erfolg, falls es einer nachmachen möchte!
VG,
ogre