Puh, hast du viel geschrieben 🙂
Nö, ich habe da nur einen anderen Ansatz und den habe ich genannt: erst klärt man, ob etwas gut oder schlecht ist. Dann löst man das Problem, dass es ja auch eine Verlässlichkeit geben muss. Wie Du ja auch schreibst, hat eine Änderung Konsequenzen und ich würde immer in einem bestimmten Rahmen auch darauf achten wollen, was das bedeutet. Eine Notlage hätte für mich erst einmal immer Vorrang vor einer "besseren" Lösung.
Das sehe ich komplett anders. Eine nicht verheiratete Person kümmert sich genauso um die Kinder, geht arbeiten und macht den Haushalt. Warum soll eine verheiratete Person, bei gleichen Bedingungen bevorteilt werden. Das ist erst einmal durch die Umstände nicht zu erklären.
Es gibt auch neben der Ehe verbindliche Partnerschaften und so manch eine Ehe hat nichts mit Verbindlichkeit zu tun. Der Unterschied ist nur, dass bei der einen Verbindung der Staat noch ein "Du darfst" haucht und bei der andere Verbindung er etwas (!) weiniger zu sagen hat.
Das in beiden Modellen Menschen sich blöd und unsozial benehmen ist uns beiden auch klar.
Bitte mich nicht falsch verstehen: wie Menschen ihr Leben einrichten, ist immer ihre Sache. Und selbst wenn ich Deine Vorstellungen blöd finden würde (was ich mir nicht anmaße), würde ich immer für dein Recht eintreten so zu leben, wie Du bzw. Ihr es wollt.
Das ist bitter 😅 Du hast natürlich recht, da gibt es heute deutlich weniger Brüche, als noch vor ein paar Jahrzehnten. Allerdings geht auch meine Argumentation weg von uns und mehr in die Ehen, wo einfach weniger Gleichberechtigung vorhanden ist und auch das Selbstbewusstsein häufig nicht so ausgeprägt ist.
Da wird es interessant: ich denke, das jetzt die Blase uns eine Welt zeigt, die so nicht existiert. Ich habe in den letzten Jahren diverse Paare kennengelernt, deren Rollenverständnis mich umgehauen hat: erst bauen wir das Haus (daher der Berührungspunkt), dann der Garten, dann das erste Kind - dafür muss dann aber mein Gehalt für die Familie reichen.... Unabhängig davon, dass das nicht mein Weg ist (der ist auch nicht relevant), bekomme ich echt Angst: Mitte zwanzig, verschuldet bis zur Rente, und alles komplett durchgetaktet. Und wenn nach dem zweiten Kind dann mal der Hänger in der Ehe kommt und einer der beiden sich fragt, war das jetzt schon alles, dann steht bei dem Modell fast immer sie vor einem echten Problem.
Ich kenne diverse Modelle des Zusammenlebens in meinem Umfeld - aber das es grundsätzlich ein komplett gleichberechtigtes Rollenbild gibt, wage ich zu bezweifeln. Es verändert sich, ist aber bestimmt nicht die Norm. Und noch einmal: es ist nicht an mir darüber zu urteilen, aber meine Gedanken darf ich genauso dazu äußern, wie ich jedem das Recht gebe so zu leben.
Das ist eine andere Diskussion. Es macht doch keinen Sinn, eine Ungerechtigkeit bestehen zu lassen, nur weil sie ein bisschen bei einigen diese Ungerechtigkeit kleiner macht. Die Ungerechtigkeiten müssen grundsätzlich behoben werden: ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, grundsätzlich extrem ungleiche Bezahlung von Tätigkeiten. Bevorteilung durch Abstammung z.B. Ich glaube allerdings, dass an diesem Punkt kaum einer hier mitzieht, dabei ist es eindeutig, dass Erbschaft Ungerechtigkeit fördert und ausbaut.
Nö! Nach meiner Auffassung kannst Du machen was Du willst. Ich habe nur keine Lust gezwungen zu werden, Dich zu unterstützen, wenn Du nach Jahren merkst, dass ein Urlaub auf Sylt mal ganz nett wäre. Ich möchte vor allem erst einmal diejenigen Unterstützen, die keine Entscheidungsmöglichkeit haben.
Auch das sehe ich nicht so: es mag erst einmal ihr Wille sein, aber es hat doch so manches mal so fatale Konsequenzen und ist dann nicht mehr umkehrbar. Der letzte Teil deines Satzes ist doch das Fatale: häufig kommt die Erkenntnis sehr spät, nach der Scheidung oder wenn die Kinder aus dem Haus sind und dann sehen sie sich nicht mehr in der Lage etwas zu ändern. Was auch nicht stimmt, ich allerdings gut verstehen kann.
Puh - mir war das jetzt zu viel Text (meins und deins) und zu viel verschiedene Ebenen. Ich habe das Gefühl, nichts wirklich vernünftig beantworten zu können und so nur Munition für Antworten zu geben, aber nichts wirklich diskutiert zu haben. Wollen wir uns auf weniger Punkte beschränken?
Grüße aus Berlin