Ich versuch mal einige Aspekte mit meiner Erfahrung/ Sicht zu beleuchten, warum das beim CX so ist wie es ist:
Es gibt einen Markt, der ist aber eher klein und kompliziert. Die Angebote beim CX, die im Bereich von 4-10 k liegen und sehr detailliert beschrieben sind, sind dennoch Fahrzeuge wo eben klar ist, das immer wieder mal was anfällt. Somit ist der Kaufpreis eben immer nur der Anfang. Und es nicht gut kalkulierbar, was wann kommt. Wer dann nicht selber schraubt, steht vor der Frage : Wer kann es in der Nähe? - und hat niemanden. Auch besteht das problem: Wer kann mich durch Beratung davor bewahren, dass ich Schrott kaufe bzw. Mängel nicht erkenne, deren Behebung teuer ist. Das Problem gibts nicht bei Audi 100, BMW 5er, W123/124 oder einem Volvo von 1987. Da gibts fast auf jedem Dorf noch Auskenner, zudem ist die Technik größtenteils erheblich simpler.
Zu allem kommt hinzu, dass der Kreis der Mechaniker, die den CX WIRKLICH schrauben können und einen Erfahrungsschatz haben, permanent per Saldo schrumpft. Reparieren diese Erfahrenen auch noch ID/DS oder/und SM - dann werden sie schon so ausgelastet sein, dass der CX-Kunde hinten ansteht. Dazu kommt ein langsam wachsender Markt von Premium Restaurationen, der ebenfalls Fachleute bindet.
Haben Verkäufer in die Zustand 3 bis 4+ Autos investiert, machen nicht selten die Rechnungen über einige Jahre schon den Kaufpreis aus. Hat man in das richtige Basis-Fahrzeug investiert, ( gefragte Modelljahre/ Motorisierung, Ausstattung seltene Farbe etc) ist der CX auch recht schnell verkauft . Problem ist auch oft, dass viele CX einfach trotz der Investments noch nicht "sexy" sind und der Funke überspringt. Ist aber eher Standard in der Preisklasse und damit tun sich viele Interessenten schwer. Mehr als nette daily-driver Optik gibts da eben nur selten. Geht es in Richtung 10-20k, ist dass in der Regel besser, aber die Mechanismen sind ähnlich, nur auf höherem Niveau. Das Problem mit raren Service-Punkten bleibt. Dann wären da noch die Händler von klassischen Fahrzeugen, die zu so einem CX gekommen sind - aber keine oder wenig Ahnung davon haben. Haben sie zu teuer eingekauft oder falsche Vorstellungen vom Wert ihres CX, dann werden daraus schnell Stehzeuge.
Dazu kommen dann Angebote, die schlecht beschrieben sind, keine oder schlechte Fotos haben, schleppende Kommunikation, wenig Info zu getätigten Investitionen bzw. signifikanter Wartungsstau usw.. Aus langen Standzeiten wird auch gerne geschlossen, dass mit dem Fahrzeug etwas nicht stimmt. Oft richtig, aber immer wieder auch mal nicht. Es findet nur nicht der richtige Interessent sein Traumauto.
Und etliche Interessenten kaufen und restaurieren ihren CX, oft eine gesunde Basis unter 3k, selbst. Das ist klar an dem florierenden Teilemarkt für NOS oder sehr gute Gebrauchtteile zu erkennen. Die fragen keinen CX mehr nach. Interessenten, die die Suche leid sind oder gar keine Zeit dazu haben, lassen sich ihren CX aufbauen und wissen, dass sie zumindest vorläufig ihr Geld beim Verkauf nicht wieder erhalten. Das interessiert sie aber nicht, denn sie haben dann ihren Traum-Cx, der lange Zeit genossen werden soll . Desweiteren gibt es einen Markt, der völlig an den üblichen Börsen vorbei läuft. Da sind Händler unter sich, die für Kunden Fahrzeuge suchen und europaweit agieren. Da läuft dann viel über Beziehungsnetzwerke.
Ein Problem des Marktes war und ist immer noch besonders ausgeprägt beim CX: Die Akzeptanz, dass Geld in die Hand genommen werden muß, um einen durch reparierten und optisch schönen CX zu fahren. Dieses Geld haben zu viele Interessenten, die nicht selbst schrauben/restaurieren, schlicht nicht oder haben es eigentlich, wollen es aber eben nicht ausgeben. Die ID/DS kann ein Lied davon singen. Sie hat diesen beschwerlichen Weg aber bereits ein deutliches Stück weiter hinter sich gebracht.