Das ist hier allerdings nicht das Problem: Brücken auf Hauptverkehrsachsen sind marode und werden gesperrt - das Provisorium kommt nach zwei Jahren (ich dachte es ist die neue Brücke, meine Frau hat sich totgelacht) aber die richtige Brücke braucht dann so 15 Jahre oder länger. Eine scheiß einfache Brücke - als ob es die erste Brücke auf diesem Planeten wäre. Wir haben aber dutzende von Brücken dieser Art und dieses Zustands (weil Beton ja so geil ist).
Für einen Radweg brauchst du hier 30 verschiedene Stellen in der Verwaltung. Und wenn dann der Typ für die Absperrung der Baustelle merkt, dass der Radweg an der Grenze zum nächsten Bezirk liegt, dann liegt das Ganze und es passiert nichts mehr. Die Verwaltung müsste dringend reformiert werden, das ist seit Jahren bekannt. Was passiert? Nichts! Das ist viel diese alte Sozialdemokratische Schwurbelpolitik - die SPD gilt hier als links, ist aber ein stock rückwärtsgewandter Verein ohne Vorstellung von Zukunft und ohne Visionen. Die Grünen hier gelten auch als sehr weit links..... wenn links bedeutet, sich auf Nebenschauplätzen ideologisch Schaukämpfe zu liefern, dann sind sie links.... wie kann man "Tempo 30" in jedem zweiten Satz schreien, aber es gleichzeitig nicht schaffen S-Bahnen-Züge innerhalb von 10 Jahren zu bestellen. Unabhängig davon, dass hier diverse Linien nicht fahren, weil a) Marode, b) kein Personal und c) mal wieder eine Baugenehmigung für so einen wunderbaren 30 Stöcker in Vollbetonoptik gegeben wurde und die U-Bahnröhre es leider nicht gehalten hat (stand vorher schon in den Zeitungen, aber hier glaubt der Lügenpresse sogar der Senat nicht mehr). Ist nicht das erste Mal, aber so schnell lernt man hier nicht. Vor allem, wenn dann mal wieder Kohle an der richtigen Stelle auftaucht...
Oder die Friedrichsstraße zum Hauptkampfgebiet zu erklären und nicht zu verstehen, dass der Niedergang der Friedrichstraße nichts mit Autos oder auch nicht, sondern mit dem zwanzigsten Riesenschuppen (Alexa, Wall of Berlin etc.) zu tun hat und das der Kurfürstendamm einfach traditionell die Straße der Reichen war - nicht die Friedrichstraße, die bis 1945 die Straße des Kabarett, der Nuten und halbseidenen Gestalten sowie der Hotels und Restaurants war.... Allerdings ohne Brutalarchitektur; wer soll bitteschön durch diese Bebauung schlendern und Lust auf ein bisschen Einkaufen bekommen? Aber Hauptsache Beton, groß und brachial - wenn der Berliner dann da nicht hin will, dann hat er die Formsprache einfach nicht kapiert. Oh Sigrid, du hast dich nur von einem alten Bock vögeln lassen und gut daran verdient - wir müssen uns die Scheiße von dir und deines gleichen jeden Tag anschauen und darin leben. War es das Wert?
Öffis funktionieren nicht, Baustellen werden nie fertig, Brücken gesperrt und dann hörst du den ganzen Tag nur Verkehrswende - selbst hundertprozentige Grüne fangen langsam an zu kotzen. Fahre einmal an einem Sonntag quer durch Berlin - die rote Welle ist perfekt getaktet.
Oder Wohnungspolitik: komplett überteuerte Häuser werden gekauft. Kann man machen, vielleicht aber auch einfach mal schauen, warum die "Deutsche Wohnen" und die Predac nach dem Verkauf an die Dewobag eine riesen Party geschoben haben. Das war ein abgekartetes Spiel um den Preis richtig in die Höhe zu treiben. Jetzt fehlt die Kohle zum Sanieren und die Mieten für das Gewerbe explodieren. Aber leer stehendes Gewerbe ist ja nicht so schlimm, kommt halt wieder eine shisha-Bar oder ein Spätie rein - davon gibt es ja hier nicht so viel und Clan-Kriminalität wird sowieso hochgekocht (das dann nebenan im Block ein Clan ein junges Mädchen im Keller fast zu Tode gefoltert hat, das passiert halt mal - was will sie auch raus aus der Familie)
Und das kann man immer weiter ausführen und nebenbei kotzen.
Gibt es auch Positives? Klar, die Stadt ist nicht mehr Arm (und leider auch nicht mehr sexy) - leider hat Giffey dabei übersehen, das a) nicht alle nicht mehr arm sind und b) sie exakt 0% Anteil daran hat. Und die Flüchtlingspolitik läuft super - leider nur durch privates Engagement, aber das wollen wir mal nicht so kleinkariert sein. Sorry, da habe ich in Rage etwas übertrieben: Katja Kipping (Linke) scheint als eine der Wenigen einen guten Job gemacht zu haben (damit kein falscher Verdacht aufkommt: die Linke ist mir fern und ich bin weder verheiratet mit ihr und mich treibt auch kein Drachensymtome an.
Was für eine Politik kann man sich hier für Berlin wünschen? Keine Ahnung. Vielleicht die Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung - die scheint mir dann doch noch näher am realen Leben zu sein, als die in der Geschichte festgeklebten Sozis, die korrupten Schwarzen, die arroganten und idiologisch vernagelten Berliner Grünen oder die mit sich selbst beschäftigten und zufriedenen Linken. Einzig die Berliner FDP ist da, wo sie hingehört und scheint in Berlin damit auch ganz zufrieden zu sein....
Bevor ich jetzt richtig Puls kriege, fahre ich mal nach Hause - falls die U-Bahn fährt oder der 5 Minuten Takt nicht wieder in fast 5 Minuten aber eigentlich 20 Minuten geändert wurde...