Die Frage nach dem Ernst der Frage war schon begründet. Wenn es ein Wegwerfauto ist, mit dem man nur noch den TÜV auffährt, dann kann man einfach nachfüllen. Dann wechselt man aber auch keinen Filter mehr, aus naheliegendem Grund.
Wenn das Auto noch ein paar Jahre laufen soll, dann würde man aus technischer Sicht nicht auf den Ölwechsel verzichten. Wenn man nämlich die Ablassschraube aufmacht und das möglichst warme Öl ablässt, kommt da auch ein Anteil an Ölschlamm raus. Nie alles natürlich, aber schon auch was, was sonst als Ölkohle im Motor endet, erst recht, wenn der Öl braucht, und so öfters auch mit tiefem Ölstand gefahren wird. Es geht beim Ölwechsel nicht nur darum, neues Öl in den Motor zu bringen. Und gerade günstiges mineralisches oder nur teilsynthetisches Öl neigt mehr zu Ölschlammbildung, als gut legiertes Vollsynthetisches, das man vermutlich nicht einfüllt, wenn da mehr als 20l Öl nachgefüllt werden müssen, im Intervall.
Wenn es so ist, dass egal ist, ob der Motor verfrüht aufgibt, dann kann man den Wechsel auch lassen. Die Chance, dass ers mit nur nachfüllen noch ne Weile tut, besteht immerhin auch. Aber 11 Jahre ist eigentlich kein Alter, in dem man ein Auto mutwillig kaputtspart. Meinen Hybrid hab ich erst mit 10 Jahren gebraucht gekauft.
Zur Ursache des Ölverbrauchs: Ich hätte bei einem aufgeladenen Motor den Lader im Verdacht. Ich kenne den Motor aber nicht.
Wäre es ein Daihatsu/Toyota, dann wäre die Kurbelgehäuseentlüftung ein heisser Kandidat. Ist die Verstopft, zieht sich der Motor wahrscheinlich aus der Entlüftung des Kopfs das Öl rein. Bei einem Toyota fände man dann einen verölten Luftfilter und/oder einen Ölschaum oder Ölsumpf im Luftfilterkasten vor. Da gabs auch Motoren, wo dann im Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung eine Reduktion drin sitzt, die beim Austausch des verstopften Schlauchs gern vergessen wird. Wenn die fehlt, saugt sich der Motor durch den Ansaugunterdruck wie durch einen Strohhalm Öl aus dem Kurbelgehäuse ab, viel mehr als gut ist, denn mehr als ein bisschen Ölkondensat dürfte da nicht durch.
Wenns an den Ventilschaftdichtungen liegt, dann müsste man das sehen können, weils dann qualmt, wenn man nach längerem Leerlauf oder Schubbetrieb (also kein Gas gegeben) wieder Gas gibt. Früher hätte das dann wahrscheinlich blau gequalmt, in Zeiten des Katalysators meist eher weiss, es sei denn, es wäre ein ganz schlimmer Fall. Bei den mir bekannten - allerdings immer japanischen Motoren - sinds höchst selten mal die Ventilschaftdichtungen. Es sind da eher verkokte Ölabstreifringe an den Kolben. macht man den Motor auf und ersetzt die, nach mechanischer Reinigung der Kolben und Kolbennuten, hat man meist wieder einen Ölverbrauch wie im Neuzustand, also tendentiell nicht messbar.
Denkbar ist auch Ölverlust. Das müsste aber eigentlich auffallen, und der warmgefahrene Motor darf dann nicht mehr Qualmen, wenn die Aussentemperatur deutlich über 0°C liegt. Auch nicht, wenn man aufs Gas tritt.
Hinweis: Der Fahrer wird Qualm aus dem Auspuff eher nicht wahrnehmen. Die, die hinterher fahren, oder aussen drum herum stehen, hingegen schon. Wenn man es im Rückspiegel wahrnimmt, reichen 20 oder 25l Öl nicht mehr in einem Wechselintervall, oder es ist eher Kühlmitteldampf als Ölqualm. Dann wärs die Zylinderkopfdichtung, und es wäre dann auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass der Motor zumindest kalt eher schwer anspringt. Je nach dem, wo die ZKD durch ist, sogar sehr schwer.