Eine erfolgreiche Alltagsnutzung hängt vom vielen Faktoren ab.
Zunächst einmal stellt sich die Frage nach dem Zustand des Fahrzeugs.
Dann nach Mentalität und Anspruch der Eignerin / des Eigners.
Nicht zuletzt müssen handwerkliche Fähigkeiten und der Wille zum selbst durchgeführten Erhalt oder ein gut gefülltes Konto mit fähiger Werkstatt in erreichbarer Nähe vorhanden sein.
Ein gepflegter Dreier mit relativ geringer Laufleistung kann sich als durchaus wenig störanfällig erweisen.
Das kann ebenso für den rotten, zwischendurch immer wieder in längeren Instandsetzungspausen am Leben gehaltenen Halbmillionär gelten (wobei die Frage berechtigt ist, ob man in diesem Fall noch uneingeschränkt von echter Alltagsnutzung sprechen kann).
Dementgegen kann einem der gute Zweier für den Alltagseinsatz bereits zu schade sein, wenn es regnet.
Es ist im Prinzip wie mit jedem Klassiker: Die Autos sind alt und legen Defekte an den Tag, die neueren Fahrzeugen fremd sind.
Neben dem hier bereits mehrfach postulierten Szenario mit dem Teilespender gibt es ja nach wie vor professionelle und private Gebrauchtteile-Händler sowie eine recht gut vernetzte Szene - nicht zuletzt durch dieses Forum.
Zugleich gibt es mehr und mehr Teile, die überholt oder nachgefertigt werden (Domlager, Standlichter) oder für die es Alternativen gibt.
Wenn es nicht unbedingt auf Originalität ankommt, kann man in vielen Fällen auf Alternativ-Produkte (z.B. Auspuff) zurückgreifen.
Natürlich gibt es auch essenzielle Teile, die im Fall eines Ausfalls echte Probleme bescheren können (für einen bescheidenen 2.0 16V beispielsweise ein gerissenes Kupplungsseil).
Trotzdem würde ich behaupten, dass es unwahrscheinlicher ist, mit einem XM wegen eines nicht erhältlichen Ersatzteils zu havarieren, als mit beispielsweise einem viel jüngeren C6. Letzterer hat übrigens in der Tat Probleme mit der Verfügbarkeit von Windschutzscheiben, ganz im Gegensatz zum XM.
Sicherlich befinden wir uns aktuell in einer Übergangsphase für den XM vom Gebraucht- zum Liebhaberfahrzeug. Aufgrund eigener Beobachtungen glaube ich, dass sein Status längst In Richtung des geschätzten Klassikers geht.
Anekdote: Erst kürzlich stand der Wachmann der Firma mit verzücktem Blick vor meinem am Eingang geparkten Y4 und schwärmte von dessen coolem, eigenständigem Design.
Ich glaube, maßgeblich ist nicht das Können, sondern das Wollen. Auch mit einem CX oder einem D-Modell kann man den Alltag bestreiten. Selbst ohne Ersatzteilspender und Kofferraum voller Werkzeug und Teile.