Das Problem ist, dass Sparbrötchen als Elektromobil nicht bei der Ausstattung sparen, sondern beim dann (zu) kleinen Akku. Das ist für Leute, die ihr Auto nicht leasen sehr schade. Die kaufen nämlich gern Minimalausstattung, weil das Geld spart. Die kaufen sich aber im Zweifel kein Auto mit zu kleinem Akku, weil das eben die sind, die nicht nach ein oder zwei Jahren eh im nächsten, geleasten Neuwagen sitzen. Sowas ist dann einfach nicht verkaufbar, denn auch als Leasingrückläufer wird das nicht interessanter, wenn neue Autos im Zweijahrestakt mit mehr Reichweite kommen.
Jemanden, der sein erstes e-Auto kauft, wird man mit realer Reichweite von 200km eben heute kaum noch überzeugen, es sei denn, derjenige weiss ganz genau, dass das genügt. Jemand, der schon elektrisch fuhr, wird sich vielleicht auf sowas einlassen, weil er die Ladeangst nicht mehr hat und vielleicht auch besser einschätzen kann, wie viel Reichweite er wirklich braucht.
Da spielt die Ausstattung dann kaum eine Rolle, wenn die Reichweite (auch nur vermeintlich) keinen guten Deal verspricht. Umso mehr, als es viele gibt, die keine Ladestation zu Hause haben, und auch in absehbarer Zeit zu keiner kommen, etwa, weil das Dach unter dem Sie Wohnen, nicht ihnen gehört.
Das kann zeitweise fast in eine Marketingstrategie für Verbrenner ausarten kann. Früher hat man das erreicht, indem Elektroautos Designmässig irgendwo zwischen überdachter Babybadewanne, Mensch in Aspik oder Telefonzelle bzw. Toitoi lagen. Heute macht mans über die Ausstattung. Wer simpel will, muss entweder - pointiert ausgedrückt - mit der Reichweite eines Löffelbaggers im Tagebau leben, also halt soweit es Stecker und Kabel gibt, oder sich noch immer einen Verbrenner holen. Weiss Gott warum.
Als Batterien noch sehr viel teurer waren, war das eine gute Strategie, weil gute Ausstattung, einmal entwickelt, den Hersteller nur ein paar Euro kostet, ihm aber im Verkauf locker 10'000 mehr bringen kann. Da kann man dann in der Anlaufphase die Kosten der Batterie drin verstecken, und wenn später im Modell-Zyklus die Batterien billiger werden, kann, weil top ausgestattet, der Preis dennoch gerechtfertigt werden, und so reichlich Gewinn gemacht werden.
Man kann so aber eben auch Käufer vom Umstieg auf elektro abhalten. Weil eben Ausstattung erfahrungsgemäss nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Werkstatt zu Mehrkosten führt.