Ja, Religion ist eine Vorgeschobene Sache. Ausnahmslos, zumindest heute.
Dennoch kann man drüber nachdenken und damit argumentieren:
Wenn von drei grossen monotheistischen Religionen, die sich alle drei darin einig sind, dass es nur einen Gott gebe, zwei voneinander wissen, dass sie den gleichen Gott anbeten, wenn sie auch schon nicht das selbe glauben, was ist dann logisch? Dass sie alle den selben Gott anbeten, und aller Krieg zwischen ihnen grosser Dummfug ist. Egal, ob man nun Religion wirklich ernst nimmt, oder bloss als Opium und Zirkus sieht.
Das Problem ist da, dass Musilime nicht gebildet sind, was ihre Religion angeht. Ich habe grosse Augen gemacht, als meine Ex-Freundin, Muslima, wenn auch nicht sehr, aber gläubig, gegen Juden stänkern mochte und nicht wusste, dass die den gleichen Gott wie Christen haben; sich sogar einen Teil der Heiligen Schrift teilen. Hat dann sehr schnell aufgehört, als ich ihr das wenige, was ich über den Jüdischen Glauben gelernt hatte, mal näher brachte.
Hat meiner Ansicht nach seinen Grund in der unterschiedlichen historisch-kulturellen Entwicklung. Europa hat sich mit dem Ende des Mittelalters nicht nur von religiösem Primat verabschiedet, sondern auch vom Feudalismus. Der beinhaltete auch den Glauben, dass die Herrschenden gottgegeben waren. Und nein, Luther wars nicht, der damit Schluss machte. Der war nicht gegen die Ständegesellschaft, auch wenn er sie hinterfragte, schon aus persönlich-biographischen Gründen.
Europa kannte unterschiedliche Wege in die Moderne: GB hat im Grunde heute noch das Lehenswesen. Aber mit dem Bill of Rights und der Glorious Revolution hat man den König in die Schranken gewiesen. Begann schon lange vor Luther. Und dann kam, aus rein machtpolitischem Kalkül nicht etwa eines Demokraten, der Bruch mit Rom und eine Modernisierung der Kirche ganz ohne Luther.
Der Kontinent wurde im wesentlichen durch die Französische Revolution modern. Radikaler Bruch mit dem Feudalismus und dem Adel, Jahrhunderte nachdem sich die Briten die ersten Grundrechte erkämpft hatten.
In der Islamischen Welt steht man heute noch da, wo Europa im Mittelalter. Der Koran ist Gottes Wort, daher nicht zu übersetzen und wörtlich zu nehmen. Ganz egal, zu welch kruden bis grausamen Interprätationen das führt. Der Mensch hat Gott und sonst niemandem zu gehorchen. - Klar hat man da was gegen Grundrechte dieser Habenichtse, selbst des Bodensatzes der Menschlichen Gesellschaft. Logo ist da der Mensch nichts, wenn doch Gott alles ist. - Keine Reformation in Sicht, denn genauso wie bei uns im Mittelalter leben die Eliten gut von und mit und im status quo. Warum Macht, Geld, Einfluss abgeben, wenn man nicht muss? Ist doch scheiss egal, wie es denen da unten geht. War bei uns auch nicht anders, bis ins 19. Jh. hinein.
Etwa so. Bis auf die Überhöhung Luthers, die ein klarer Irrtum ist. Natürlich sind die 600 Jahre, die wir seither hatten, kein übertragbarer Massstab. Nicht mal Europa war da uniform. Da wird sich auch die Islamische Welt asynchron entwickeln.
Zu Israel: Ich stehe nicht vorbehaltlos auf Seiten Israels. Die tun seit den 1960er Jahren oder noch weiter zurück das, was sie zu Recht den Nazis vorwerfen, den Arabern an, und wähnen sich im Recht. Mit Verteidigung hatte das lange nichts mehr zu tun. Aber ich kann auch nichts schlechtes dran erkennen, wenn die jetzt mal in Ghaza aufräumen und draus einen Friedhof machen. Wenn es keine Zweistaatenlösung werden soll, dann wirds halt eine Einstaatenlösung, und nach dem, was der zweite Weltkrieg gesetzt hat, werden es nicht nochmal die Juden sein, die verlieren. Die Araber hatten lange Genug die Wahl. Es fiel ihnen nichts Besseres ein, als über Generationen nichts weiter zu tun, als letztlich die Rechtfertigung für ihre Vernichtung zu unterzeichnen, einfach, weil sie keinen Frieden wollten. So they get what they fight for. Wenn sie Märtyrer feiern wollen, bitte, soll daran eben kein Mangel herrschen! Die haben in dem Konflikt die Rolle der Russen in der Ukraine. Hören die auf, ist Frieden. Hört Israel auf, sich zu verteidigen, ist Israel nicht mehr. Kein Zufall, dass Putin die Fatah und Hamas unterstützt und wohl noch immer am Feiern ist darüber, was in Nahost seit einer Woche geschieht.
Und auch aus europäischer Perspektive ist doch jeder Palästinenser ein möglicher Terrorist. Mithin jeder geflohene, der hierher kommt, ein Problem. Tote dagegen machen keine Probleme. - Man muss also nicht auf Seiten Israels sein, um es zu unterstützen. Es reicht, einfach - wie immer schon - in eiskaltem Kalkül dem Eigeninteresse zu folgen.
Ich glaube, ich muss nicht mehr extra sagen, dass ich für die Palästinenser nichts übrig habe. - Man könnte das einwandfrei religiös begründen. Wäre aber das, was sowas immer war: Blendwerk vor kalter Macht- und Interessenspolitik.