Das "ich bezogene" war überhaupt nicht böse gemeint - es fällt mir halt auf, dass das eigene Denkgebäude immer weniger verlassen wird. Wir haben früher ab und an mal einfach die Positionen getauscht und ich musste das Argument des Gegenüber verteidigen. Sehr spannend und so manches mal mit sehr überraschenden Ergebnissen.
Definitiv! Aber die permanente Wiederholungen und das nicht Verstehen können, ist mehr als ein Disput. Wenn nur noch darauf beharrt wird das eigene Argument zu verteidigen und nicht mehr gesehen wird, dass das Argument eines anderen hilft ein kompletteres Bild zu bekommen, dann kommt keiner weiter.
Ich bin mir überhaupt nicht sicher ob @magoo im Widerspruch zu @TorstenX1 steht. Ich verstehe es eher, dass es ein anderer Blickwinkel ist. Wieso dann die heftige Reaktion wie:
Man unterstützt Israel nicht, wenn man sich jeder Kritik an der Politik Israels enthält. Man löst den Konflikt nicht, wenn man ausschließlich das Leid der Menschen Israels benennt - jeder Tote produziert Hass, jede Perspektivlosigkeit zieht Hass nach sich. Jedes Aufrechnen verhindert Zukunft - dieser Konflikt kann nur vom Ziel aus gelöst werden und nicht aus der Geschichte: das Ziel ist Frieden. Frieden bedeutet Perspektive, Perspektive bedeute Gerechtigkeit und Chancen und Anerkennung der Grundrechte des Gegenüber. Ohne Ausnahme für alle dort lebenden Menschen.
Man kann den Terror verurteilen wie man will - werden die Ursachen nicht verändert, wird man den Terror niemals verhindern können. Das war schon bei der IRA so, bei der ETA und es wird auch so bei der Hamas sein - im Unterschied zum IS oder al-kaida, wo die Gründe für den Terror komplett woanders liegen. Fällt niemanden auf, dass die Argumentation gegen ETA und IRA exakt die gleichen waren? Terroristen = sinnloses Morden ohne Grund und Ursache, mit denen redet man nicht, die besiegen wir, blablabla - tausende Tote später fallen die Ursachen des Terrors weg und die Terrorgruppen sind Geschichte. Hätte man sich viel Leid, Tod und Terror sparen können.
Ja, Hamas ist Terror und ja, ich möchte nichts mit denen zu tun haben - und jetzt lehne ich mich selbstgerecht zurück und schaue weiter zu? Weil "die da" Schuld haben? Sorry, dass ist mir zu einfach, da ist keine Lösung enthalten. Und da sehe ich auch die Mitverantwortung und die Mitschuld eines Netanjahu und seiner rechtsextremen Genossen an der jetzigen Situation: des eigenen persönlichen Vorteils wegen in den letzten 10 Jahren die Situation wissentlich verschärft und immer tiefer in die Sackgasse manövrierten. Ausdrücklich, dass ist nicht die Schuld von Netanjahu, dass ist die Mitschuld an der jetzigen Situation.
Was nun? Weiter so, wie es bisher nicht geklappt hat? Weiter so, wo beide Seiten sich die Ungerechtigkeiten, Toten und Terror vorhalten? Und dann ins kleinklein darüber gestritten wird, ob das eine Unrecht größer oder kleiner war?
Es gibt einen Punkt, an dem man sich einfach mal fragen sollte: was will ich eigentlich erreichen. Wohin will ich?
Lieber @TorstenX1, ich bin mir sicher, die Gedanken gefallen Dir nicht. Sei bitte versichert: mir liegt sehr viel an der Lösung dieses Konfliktes. Ich hinterfrage das Existenzrecht Israels keinen Millimeter. Der Terroranschlag der Hamas liegt für mich zu 100% in der Verantwortung der Hamas. Aber ich sehe einfach keine Lösung in einem weiter so.