Mitnichten geht es hier um Linkenbashing. Ebby hat das atmosphärisch sehr schön dargestellt. Ich habe da ähnliche Erinnerungen und diese Unbedarftheit hat ja letztendlich noch zu ganz anderen Blüten geführt.
Man schaue sich einfach den sog. Migrationsdiskurs an. Man stellt fest, dass es da inzwischen sehr große Schnittmengen zwischen links und rechts gibt.
Klare Sicht aus einer klaren Position auf das Zeitgeschehen ist zur Seltenheit geworden. Selbst Habermas sah sich genötigt, einen Diskussionsbeitrag zur aktuellen Lage in Nahost zu liefern.
Tatsächlich ist es doch so, dass sich die Hamas in die Gruppe derer eingeordnet hat, die unseren sog. westlichen Lebensstil mit allem, was dazu gehört (Rechtsstaat, Menschenrechrechte und Demokratie, ...), mit übelsten Mitteln bekämpfen. So ist diese abscheuliche Attacke zu bewerten. China, Russland, Iran, u.a. haben mit der Hamas und der Hisbollah skrupellose Vollstrecker im Nahen Osten, die dort für Aufmerksamkeit und vor allem für die Bindung politischer und militärischer Kräfte sorgen.
Ganz übel wird mir, wenn ich sehe, wie sog. Linke dann im Schulterschluss mit Rechtsextremen dieser Situation begegnen. Erst gestern wieder in Berlin zu bestaunen. Es geht hier nicht mehr um "Frieden schaffen ohne Waffen", das ist überaus naiv und dumm. "Free Palestine" bedeutet gerade heute nichts anderes als die Vernichtung Israels. Dem muss man entschlossen entgegen treten, was natürlich auch alle politischen Bemühungen mit dem Ziel z. B. einer Zweistaatenlösung und einen nachhaltigen Friedensprozess einschließt.
Wir wissen aber nur zu genau in Europa, wie lange solche Prozesse dauern. Was in Israel geschehen ist, wird ein weiteres Generationentrauma werden, denn die Hamas hatte absolut das Ziel "Die schlimmsten Ängste der Menschen wahrzumachen". Das ist das Wesen konsequenten Terrors, den es ebenso konsequent zu bekämpfen gilt.