Unsere Einschaetzung was sehenswert ist, scheint sich doch zu unterscheiden. Ich hatte Wolffsohn in letzter Zeit reflektierter erlebt. Gerne uebe ich auch den Schulterschluss mit konservativen Humanisten, wenn es gegen Rassismus oder Antisemitismus geht. Aber mit mir will er den offensichtlich auch gar nicht.
Als Historiker haette ich ihn schon eine differenzierte Sicht zugetraut. Waerend er Rechtsradikale nur im Nebensatz erwahnt, scheinen ihm die, von ihm als Linksradikale bezeichneten wesentlich wichtiger als Gegner zu sein. Ja, mich erschreckt es auch was einige, die sich als Linke bezeichnen, so von sich geben. Tatsaechlich ist aber die Schnittmenge mit den Linken, die noch voll der Sympatie fuer ein aggressives, totalitaeres Russland, das wie kaum ein anderes Land weiter weg von jedem linken Ideal ist, ziemlich gross.
Das ist fuer mich so Links wie ein Rindersteak vegetarisch ist.
Auch bei der Aufzaehlungen der ambivalenten Aeusserungen von Politikern, ist er ziemlich parteiisch. Und als Kroenung muss er noch die unselige RAF anfuehren, um den Antisemitismus der Linken zu belegen. Ein versoenlicher Halbsatz an die Palistinaenser waere da angemessener gewesen. Diejenigen die ueberwiegend fuer verbale und auch koerperliche Uebergiffe auf Juden verantwortlich sind, sind im keinen einzigen Satz wert. Die Partei die diesen eine Heimat bietet wird auch nicht benannt, sondern nur mit zwei abstossenden Beispielen erwaehnt.
Das es gerade in Deutschland auch viele Linke gibt, die an der Seite von Israel stehen und dabei auch welche sind die die Bezeichnung linksradikal nicht als Abwertung sehen, wie die Rote Zora, laesst er ganz unter den Tisch fallen.
Es hat mein Bild ueber ihn wieder gerade gerueckt. Danke!