Nachdem das Chassis fertig geschweißt und komplett blank geschliffen war, walzte ich es auf Empfehlung des Karosseriebauers Gunter Korte hin, der auf der Rückseite der Halle zur Schulenburger Landstraße hin seinen Betrieb hatte, mit EP-Grundierung. Danach übergaben wir es dem „Kleinen Klaus“, der eine eigene Werkstatt in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Gelände hatte (und dort auch wohnte, wie sich später herausstellte). Er sollte die A-Säulen richten, was unter Einwirkung von Hitze und gezielten Schlägen auch gut gelang. Lediglich die Profile, welche die grauen Zierprofile aufnahmen, blieben ein wenig wellig und sind es auch heute noch. Klaus bot an, das komplette Chassis nach einem Zwischenschliff mit schwarzem Chassislack und den Unterboden mit einer entsprechenden Schutzschicht zu versehen. Hier der komplett blank geschliffene und partiell mit Rostumwandler behandelte Unterboden der ID. Auch hier musste das Fahrzeug einige Schweißungen "alter Schule" überis sich ergehen lassen, in diesem Fall am linken Schweller. Schließlich wurde sorgfältig abgeklebt. Während die nackte ID für geraume Zeit hinter Klaus‘ Werkstatt-Tor verschwinden sollte, bearbeitete ich nun intensiv die Karosserieteile, schliff die geschweißten Partien, ließ nachpunkten, strakte Flächen, kontrollierte die Reflektionen mittels Wasser, fühlte, spachtelte, schliff – es war eine gefühlt endlose Prozedur. Immer wieder entdeckte ich Unebenheiten, die nach erneutem Auftrag von Spachtel noch gravierender wurden, spürte von mir unzureichend gemischte Spachtelpartien auf, entfernte diese, besserte aus – die Schule des Karosseriebaus kann hart sein. Und dies, obwohl ich mit Gunter einen guten Mentor hatte, der mir zeigte, wie man Unebenheiten erfühlte (mit der ganzen, flächig aufgelegten Hand, und nicht nur mit den Fingerspitzen, teilweise unter Zwischenlegen einer dünnen Folie, welche Übergänge noch deutlicher erspüren ließ). Er zeigte mir Schleiftechniken (immer linear und kreuzweise, nie mit rotierender Bewegung) und verpönte die Benutzung eines Schwingschleifers, dessen Spuren ich auf Erichs DS unter dem Lack deutlich erkennen konnte.