Ob zweierlei Standards existieren, mag ich nicht beurteilen.
Ich habe bis jetzt nur einmal an einer Treckerdemo teilgenommen, und da wurde nix blockiert so wie es aktuell der Fall ist. Da sind wir etappenweise über verschiedene Sammelstellen in die Landeshauptstadt gefahren. Abgesichert von der Polizei.
Blockadeaktionen sehe ich generell kritisch, genehmigt oder nicht. Das gibt immer Ärger. Und da mach ich auch nicht mit bei sowas. Das gehört sich eigentlich nicht.
Was die Empfindlichkeiten der Bevölkerung angeht, hast du sicher recht. Mehr, als dir lieb sein kann. Es protestieren ja nicht nur die Landwirte. Mein Mieter arbeitet bei einem Containerdienst als LKW-Fahrer. Die standen am Montag mit allen Fahrzeugen auf der Elbbrücke in Meißen. Da spielt die "Angst vor wirtschaftlichem Niedergang" eine große Rolle. Wenn ich so links+rechts in meinen Bekanntenkreis gucke, sämtlichst Mitglieder der arbeitenden Bevölkerung, die meisten mit jungen Kindern, die sind alle genauso am Rumjammern wie der sprichwörtliche Bauer.
"Neid und Rueckwaertsgewandtheit" verstehe ich nicht. Besonders den Neid.
Ich für meinen Teil habe mein Schicksal schon 2013 akzeptiert, als ich den Betrieb von meinen Eltern gepachtet habe. Da war mir bereits von vornherein klar, dass ich spätestens 2032 den Laden zumachen darf, weil es wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht. So wie es jetzt aussieht, wird ein wenig vorgezogen werden müssen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich doch schneller verschlechtert, als ich angenommen hatte. Seit 2019 arbeite ich nur noch auf Sparflamme, in der Zeit gabs nur noch 140 Euro für die Tonne Weizen, das war mir zu wenig. Wäre ich schlauer gewesen, hätte ich das kommen sehen müssen. Und (harte Schale, weicher Kern) mich wurmt das doch eher negative Image meines Berufsstandes in der Bevölkerung.
Wie auch immer: Für mich reichts. Als Landwirt hat man aber eben auch die wirtschaftliche Grundlage für die nächsten Generationen fest im Blick. Und da siehts eher düster aus.
Die Politik denkt da leider kurzfristiger. Ähnlich wie bei einem börsennotierten Unternehmen. Da wird getrickst. Auf kurzfristige Effekte hingearbeitet, selbst wenn diese langfristig negative Folgen mitbringen. Verschleiert. B.trogen. Das mag in "goldenen Jahren" recht gut funktionieren. Die sind aber vorbei.
Nun versucht man, Gegner und Kritiker als "rechtsextrem" und "demokratiefeindlich" abzustempeln. Berechtigt oder nicht. Gefährlich wirds, wenn die Bezeichnungen "gesichert rechtsextrem" und die politische "Brandmauer gegen rechts" immer mehr zu einem Qualitätsprädikat werden. Ein Kreuzchen bei schwarz kann einem grüne Politik einbringen. Ein Kreuzchen bei blau dagegen ganz sicher nicht.
Dazu passt ganz gut:
Vielen Dank für den Link. Da ist mir besonders folgende Passage aufgefallen:
Und ich frage mich: Wenn man heute gewarnt wird "in Freiheit noch umzudenken", um morgen nicht "in Unfreiheit drangsaliert" zu werden, ist man dann heute noch "frei" oder wird bereits "drangsaliert"? Sollte man ein Regime, das einem Drangsalierung und Unfreiheit in Aussicht stellt, nicht mit allen Mitteln bekämpfen?
Mehr Passagen mag ich aktuell nicht kommentieren. Wenigstens die Hälfte dieses Zettels hätte das aber verdient, da sind so einige Blüten dabei. Ohnehin finde ich die komplette Aufmachung fragwürdig. Die Deutschen haben doch im europäischen Vergleich ohnehin eine geringe Eigenheimquote. Und ich kenne auch eher viele, die mit ihrem Mieterleben mehr als zufrieden sind und keinen Eigenheimbesitz anstreben.