Ich muss dann mal eine kleine Lanze brechen.
Sowohl für das Auto, als auch für die Entscheidung des Fahrers.
Der Wagen ist ja, wie hier im Thread nachzuvollziehen, technisch weitestgehend durchrepariert. Nach meinem momentanen Kenntnisstand bedarf es für die anstehende Fahrzeugprüfung der Schweissarbeiten, Auspuff abdichten und einer neuen Antriebswellenmanschette. Manschette aus dem Zubehör (mit einer zu erwartenden Lebensdauer von zwei bis drei Jahren) oder man steckt einfach die Welle rein, die im Keller liegt. Und so wie ich den Karosseriespengler einschätze, würde er die Schweissarbeiten mit einem breiten Grinsen zu einem unteren bis mittleren dreistelligen Betrag gut und langlebig erledigen.
Einmal gründlich reinigen, vorführen und fertig. Für einen guten Eindruck bei der Fahrzeugprüfung könnte man ja dann auch noch die Lautsprechergitter wieder in das Armaturenbrett montieren. Der Prüfer wird sicherlich noch etwas finden, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Alte Autos müssen Mängel haben.
Und dann? Hat Chöschi weiterhin ein Auto das ihm in den vergangenen Jahren nahezu im Wochentakt neue Überraschungen, Probleme und Aha Effekte präsentiert hatte. Und wirklich perfekt steht er auch nicht unbedingt da. Halt ein sehr altes Alltagsfahrzeug.
Sind wir mal ehrlich. Ein XM kann durchaus eine Diva sein. Insbesondere wenn der Besitzer Neuling ist, sich nahezu jeden Handgriff, jedes Bauteil und jede Einstellung erst einmal mühsam zusammenlesen und erfragen muss. Erschwerend kommt hinzu, dass uns hier das direkte Netzwerk Gleichgesinnter vollständig abgeht. Es ist nicht möglich mal eben schnell 20 oder 30 Km zu fahren um bei Kollege X ein benötigtes Ersatzteil abzuholen, oder mit Kollege Y zusammen in der Schrauberhalle diese oder jene Einstellung vorzunehmen.
Alles dauert lange. Und so lange steht der Wagen im ungünstigsten Falle dann wieder. Zum Glück war das jedoch nur selten der Fall.
Wir hatten durchaus beim schrauben am XM unsere Highlights. «Learning by doing» war an der Tagesordnung. Leider aber auch viel «Try an Error». Ich habe auch gerne nach meinen Möglichkeiten mitgeschraubt. Aber aus der o.g. Problemstellung heraus kann ich nachvollziehen, dass bei Chöschi die eher frustrierenden Erinnerungen überwiegen und er jetzt einen Schlussstrich ziehen will.
Gruss
Holgi