Das ist doch genau der Punkt: Das eigentliche Klientel der FDP beträgt ziemlich genau Fast Drei Prozent. Auf diesem Niveau landet die Partei seit den Zeiten von Onkel Möllemann, Gott hab ihn selig, auch regelmäßig, wenn sie unverhohlen nur Politik für ihr Stammpublikum macht. Der Rest bis hinauf zu 8 Prozent waren meist Zweitstimmen von taktisch wählenden Schwarzbären, die um ihren seit der geistig-moralischen Wende alternativlosen Koalitionspartner bangten.
Zwischenzeitliche Höhenflüge in zweistellige Regionen erfährt die FDP immer dann, wenn ein jung-dynamischer Typ à la Westerwelle, Gott hab auch ihn selig, oder Lindner, vordergründig etwas frischen Schwung verheißt. Dann wählen plötzlich auch ein paar Geblendete FDP, nebst Scharen von Studenten aus konservativem Elternhaus, die nur aus falsch verstandener Rebellion nicht sofort bei den C-Parteien landen. Nach ein paar Jahren Regierungsverantwortung ist dann schnell der Lack ab, und sie landen wieder auf dem Boden der Tatsachen ihres stabilen, aber kleinen Stammpublikums.
Disclaimer: Auch wenn ich die FDP wahrscheinlich niemals wählen würde, schätze ich sie doch als demokratische Kraft und liberales Korrektiv, das so manchen Unfug verhindern kann, wenn es hart auf hart kommt (mal abgesehen von dem geschichtsvergessenen Totalausfall, der sich in Thüringen zum MP hat wählen lassen).