Durchaus nicht. WO nimmst du denn das her?
Natürlich 😁 Ich ging davon aus, dass es genügt, "nichts" zu erwidern, wenn ich einverstanden bin.
Aber gut: In den letzten Tagen habe ich aus deinen Beiträgen entnommen: "Die Entscheide, die getroffen wurden, waren demokratisch legitimiert, und sie waren auf dem damaligen Wissensstand angemessen." – Das war wohl schon so, sagen ja auch die Gerichte; dies anerkenne ich nun und danke dir für diese Herausarbeitung.
Ich hätte mir aber gewünscht *, dass der Staat die getroffenen Massnahmen auch zeitnah bzw. laufend evaluiert auf ihre Wirksamkeit. Aus meiner Sicht lässt die Evidenz der Massnahmen nach wie vor zu wünschen übrig. Bestenfalls klopft man sich auf die Schulter und findet "niemand konnte wissen, wo das hinführt, wir mussten ja irgend etwas tun, wir haben alles richtig gemacht." – Ich finde: Nein. Man hätte messen und nachbessern können und sollen.
* Bzw. der Staat wäre dazu verpflichtet. Denn ein Grundsatz in unseren Demokratien ist: Staatliches Handeln muss wirksam und angemessen sein.
Gerne.
Bis 2019 war der "Gold-Standard":
• Wer krank ist, bleibt zu Hause (isoliert sich).
• Medizinische Masken für Gesunde sind nicht sinnvoll.
In der Praxis sah das so aus:
• Isolierung: Wer krank war (z.B. wegen Grippe), liess sich krankschreiben und blieb zu Hause; wer das nicht tat, verzögerte nicht nur die eigene Genesung, sondern verbreitete die Viren auch am Arbeitsplatz, was dann zum Ausfall von ganzen Abteilungen führen konnte.
"Krank -> isolieren" etwas weiter gefasst heisst auch: Wenn ich Bluter bin, muss ich selber schauen, dass ich möglichst wenig Wunden bekomme. Wenn ich Allergiker bin, kann ich halt das nicht essen, worauf ich allergisch bin. Wenn ich auf Staubmilbenkot allergisch bin, habe ich ein Problem, wenn das Büro mit Spannteppich ausgestattet ist. Wenn ich auf Pollen allergisch bin, kann ich nicht vom Staat verlangen, dass die Pollen abgeschafft werden, sondern muss mich in Eigenverantwortung selber arrangieren. Bis 2019 wurde also von den Vulnerablen erwartet, dass sie sich angemessen selber schützen. (und klar: Was "angemessen" heisst, darüber könnte man auch diskutieren.)
• Medizinische Masken: Als ich im 2019 im Spital war, stand da ein Masken-Dispenser mit dem Hinweis, Besucher mit Erkältungssymptomen mögen sich eine Maske nehmen und anziehen. Und auch die Oberärztin erschien mit Maske zur Arztvisite, weil sie erkältet war.
Ich hatte nie verstanden, warum dieser "bestimmungsgemässe Gebrauch der Masken" ab 2020 plötzlich nicht mehr galt.
Der Schutz der Vulnerablen hatte ich ab 2021 so erlebt:
• In Spitälern und Altenpflegeheimen wurde die Anzahl Kontakte reduziert - aber nicht auf null (man hatte aus 2020 gelernt), sondern auf "einen Besuch pro Tag". Das hat die Frequenzen ggü früher deutlich heruntergeholt und das hatte sicherlich das Verbreitungsrisiko deutlich reduziert, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung von Mindest-Kontaktmöglichkeiten: Besuche waren möglich, aber halt eingeschränkt.
• Am Spitaleingang musste jedermann die mitgebrachte medizinische Maske entsorgen und bekam vom Personal (mittels Pinzette) eine neue (saubere) medizinische Maske ausgehändigt, die dann zu tragen war. Das fand ich eine der sinnvollsten Massnahmen. Es wurden also medizinische Masken getragen beim Besuch der Vulnerablen, und es wurde dafür gesorgt, dass die Masken neu = sauber waren. Und es korrespondiert mit dem, was auch bis 2019 galt. Ausserdem wurde mittels EDV nachkontrolliert, ob die zu besuchende Person heute noch einen Besuch "zugut" hatte.
• Im Altenpflegeheim konnte ich einen "Besucherausweis" beziehen, der mich als geimpften Angehörigen auswies, das machte das Handling für das Altenpflegeheim deutlich einfacher. (MAsken waren ebenso zu tragen wie im Spital.)
Spitäler und Altenpflegeheime sind also die beiden Einrichtungen, in denen ich den Sinn der Masken erkennen konnten und mittrug – ein Freund des Fetzens war ich trotzdem nicht.
Aber im ÖPNV oder Karstadt? Inmitten von Gesunden???
Von "Masken im Freien" brauchen wir gar nicht erst anfangen.
Dann bitte ich alle darum, die eigene Meinung auch als solche zu kennzeichnen. Hierzu beginne man die Sätze mit "ich bin der Meinung, dass ..." 🙃
Nein, das ist keine Bagatelle. Das lernt man in jedem Konfliktlösungs-Seminar.
Ich sag mal so: Die schauten durchaus alle wie hypnotisierte Häschen auf den Fuchs äh die WHO.
Wie war das nochmal in Schweden? Alle doof?
Das Mai-Lab Video vom Juni 2020 hatte dargelegt, dass "Flatten the Curve" ebven nicht funktionieren wird. So würde die Pandemie 10 Jahre gehen, das würden wir nicht durchhalten. Mai's Fazit war: Die Impfung wird die Lösung bringen und nur die Impfung.
Das war Mai's Fazit, und im Grunde stimmt es ja. Und ich (ü50) liess mich impfen, sobald ich konnte. Gleichwohl hätte ich vom Staat mehr Ehrlichkeit und mehr Augenmass gewünscht in Bezug auf die Impfung. Gerade im Umgang mit den jungen Menschen. Das war definitiv kein Glanzstück der Regierung. Denn der Staat hat seine Bürgerinnen und Bürger auch dann ernst zu nehmen, wenn das dem Staat nicht passt – wenn das nicht mehr gilt, müssten wir dann doch noch mal über den Begriff "Demokratie" nachdenken.
Ich hoffe ich konnte dir ein paar Antworten geben.