Kann ich mal wieder bestätigen …
… aber wenn man aus einer technik-affinen Familie stammt, wo die Opas immer eine saubere handwerkliche Lösung für alles hatten, man selber Ingenieur ist und nebenbei E-Gitarren und Röhrenverstärker baut …
… kann ich so einen Fensterheber-Defekt nicht auf sich beruhen lassen.
Statt auf die Ladenöffnungen morgen zu warten, dachte ich, – statt das fragwürdige 1mm-Stahlseil oder den leider zu kurzen, aus einem Schlachtfahrrad entnommenen 1,7-mm-Zug zu nehmen – ich könnte doch den vorhanden Zug nutzen und andersrum wieder einbauen.
Ich würde das verknitterte Ende, was jetzt in der Spindel ist, am Schlitten einhängen, wo es keinerlei Wickeleien mehr ausgesetzt ist. Um den Innenzug aus dem Außenzug zu ziehen, muss ich jedoch dafür eine der Quetschhülsen abkneifen. Ich hab dann wie oben von @Gerd Kruse und @ausy vorgeschlagen, eine halbe Messing-Lüsterklemme samt Schraube verbaut – verschraubt, verlötet, die Schraube abgesägt und -gefeilt. Die halbe Lüsterklemme passt passgenau in die Aussparung in der Spindel. Soweit alles ganz gut.
Aber – und hier kommt mein Lieblings-Lehrsatz zu technischen Dingen: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
Am Ende waren es die 5–6mm, die an Zuglänge fehlten, um ihn wieder einhängen zu können. Stets unter Beachtung von @Gerd Kruses Hinweis mit dem Spiel in den Federn – ich hatte beide Federhülsen komplett zusammengedrückt und versucht dieses Klötzchen neben der Umlenkrolle wieder einzusetzen. Ging nicht.
Interessant überhaupt dieses Klötzchen mit den Kerben. Ich hatte mich eh schon gefragt, warum es an den Zügen keine Rändel-Hülsen oder ähnliches gibt, um die effektive Seilspannung einzustellen – das wird mit dem Klötzchen gemacht. Und die Federn übernehmen die letzte Abpufferung der Spannung.
Immerhin kenne ich jetzt (fast) alle Besonderheiten dieser Fensterheber und weiß, was es bei der Überholung zu beachten gilt.
Also morgen erstmal 1,5mm-Stahlzug kaufen.
Danke fürs zuhören.