40 Jahre her - also lange vor den Handys, was noch eine größere Rolle spielen wird. Nachts um halb zwei, mit dem 2CV auf dem Heimweg nach der Disco. Eine Straße war wegen Hochwasser überflutet. Ich wollte vor der Überflutung wenden - und da die Straße schmal war, dachte ich im Bogen einfach in der Wiese einen U-Turn machen zu können. Seitdem weiß ich: eine richtig nasse Wiese kann sehr tückisch sein. Die Ente blieb stecken, da ging nichts mehr. In den nächsten Ort gelaufen, zwei Kilometer entfernt, um via Telefonzelle einen Freund anzurufen, ob er mich rausziehen kann. Wir waren jung, da konnte man zu jeder Zeit anrufen …
Er kam mit seinem Auto und einem Abschleppseil, das allerdings nicht sehr lang war, fuhr dann ebenfalls in die Wiese - und auch bei ihm ging nichts mehr. Also liefen wir zu zweit zur besagten Telefonzelle, um einen gemeinsamen Bekannten anzurufen, der damals zufällig einen alten allradgetriebenen Abschleppwagen hatte. Auch er kam - so gegen drei, halb vier Uhr nachts -, musste jedoch auch mangels ausreichender Seillänge in die Wiese fahren. Ihr ahnt es: drei Fahrzeuge in der Wiese, Allrad hin oder her.
Jetzt gingen uns die Leute aus, die man anrufen konnte. Also nicht zur Telefonzelle, sondern zu dritt zur sieben Kilometer entfernten Wohnung des Abschleppwagen-Besitzers gelaufen. Von einer Baustelle ausreichend lange Stahlseile ausgeliehen, mit dem Pkw des Abschleppwagen-Eigners zur Bundesstraße gefahren, die halbwegs in der Nähe der drei in der Wiese versenkten Fahrzeuge war und dort am frühen Morgen einen LKW-Fahrer erst zum Anhalten, dann zum Rausschlepp-Hilfseinsatz bewegt (in Bayern ist ein Kasten Bier eine gute Motivation für Helfer …). Er fuhr mit uns zu den drei in der Wiese feststeckenden Fahrzeugen und zog sie mittels der ausreichend langen Stahlseile heraus, ohne vom Asphalt herunterzufahren.