Vorweg: etwas längerer Text, daher die wichtigsten Punkte dick angemalt, um da bei Interesse ringsrum lesen zu können.
„Denen muss man ein Ventil geben“
Bei einem taz-Link krieg ich vorher schon immer Pickel, aber diesmal gab es erfrischenderweise ein einfaches, gutes Interview zu lesen. Gerne weiter so.
Vordergründig geht es darum, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Früher oder später steht man vor der nächsten, ähnlichen Herausforderung. Was dann? Ich schrub es ja schonmal, mir gruselts vor einer richtigen Pandemie. Und das solange, bis die Geschichte ordentlich untersucht wurde, entsprechende Maßnahmen getroffen und Konsequenzen gezogen sind. Mir schwant, das wird nicht in ausreichendem Maße geschehen.
In unserem Bundesland wurden zu Anfangs der Pandemie Kapazitäten in psychiatrischen Kliniken geschaffen, um "Quarantäne-Verweigerer" sicher zu verwahren. Die gleiche Politikerin, die diese Maßnahme verkündete, setzt sich heute für eine Aufarbeitung der Geschehnisse durch eine Enquetekommission ein. Haha, da muss ich doch ein wenig schmunzel.
Zudem gab es in dem meinen Bundesland (das schöne Sachsen ) wohl die größten Einschränkungen der Grundrechte während der Pandemie. Der Ministerpräsident sagt im Rückblick, dass diese zum Teil "nicht nötig, überzogen oder unwirksam" gewesen seien und dass man "aus den Dingen lernen" solle. Lernen. Soso.
Gleichzeitig standen wir, sofern ich richtig informiert bin, im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr schlecht da. Was zum großen Teil wohl daran lag, dass u.a. die Kundschaft der Seniorenresidenzen zu einem erschreckenden Anteil versauert und verstorben ist. Mit Betonung auf versauert und verstorben.
Deine Aussage, sowie die Dankesbeurkundungen die du dir dafür einheimsen konntest, halte ich für problematisch, zumindest so wie ich sie lese. In totalitären Regimes werden die Sachen unter den Teppich gekehrt. An eine aufgeklärte, demokratische und freie Gesellschaft habe ich den Anspruch, dass solche Ereignisse transparent verarbeitet werden. Eine auch nur ansatzweise hinreichende Verarbeitung ist bis jetzt nicht geschehen.
Aktuell sehen die RKI-Zettel noch fast genauso schwarz aus, wie die Impfstoffgeschäfte der EU mit Pfizer. Der Herr Lauterbach hat zumindest veranlasst, dass die "RKI-files" weitestgehend entschwärzt werden sollen. Ich mochte den Mann schon immer. Der scheint mir echt gut drauf zu sein. Den würd ich auch unter meinen Bodendielen verstecken, wenn er vom Mob gesucht werden würde.
Ursula dagegen sind ihre SMS "verlorengegangen". Kann passieren, klar.
Hier noch zum Thema Repressalien (ein paar Tage her):
In diesem unseren geliebten Land, wie auch in einigen anderen, wurde gerichtlich die Verfassungswidrigkeit einiger Maßnahmen festgestellt. Auf deutsch: Willkürlich. Ungerechtfertigt. Ich bleibe daher bei "Repressalien". Das, und die weder damals noch heute wissenschaftlich haltbare, ungerechtfertigte und unverhältnismäßige Verunglimpfung und Stigmatisierung der Ungeimpften durch Politik und Medien werden ich und viele andere niemals vergessen.
Konsequenzen für die Entscheider habe ich nicht beobachten können. Für die Wirtschaft und die Bevölkerung dagegen schon. Besonders die "Schützenswerten", also Selbstständige, Kleinunternehmer, Junge, Alte. So funktioniert unsere Politik - leider - und das ist auch einer der Hauptgründe für die in den letzten Jahren zu beobachtende zunehmende Politikverdrossenheit der Bevölkerung. Aus der Not geborene Erfindungen wie "Demos gegen Rechts", "Demokratiefördergesetz" und dergleichen erzielen keine dauerhaften Ergebnisse. Im Gegenteil: sie verstärken die Problematik auf lange Sicht. In eine Richtung, die einem freiheitlich denkenden Demokraten zu schaffen machen muss.
In drei Bundesländern wird dieses Jahr gewählt. Den Umfragen nach wird es nur in meinem für die AfD knapp. Diesmal darf ich meine Stimme also nicht mehr für die Partei Die Partei hergeben. Denn ich könnte das Zünglein an der Waage sein. Für die Demokratie. Für unser Land und seine Bürger.
Interessiert zwar nicht, aber unter uns: Machte auf dem Lande kaum einer. Warum? Wenn an einer Baustelle die Ampel rot zeigt, aber nix zu sehen ist, kann man stehenbleiben. Oder fährt weiter und gut. Da fahren zwei Autos in der Nacht die Straße entlang, interessiert höchstens den Fuchs. Ich selbst? Teilweise. Ja und Nein. Wie es mir sinnvoll erschien. Bis zu einem gewissen Punkt habe ich den Eigenschutz "übererfüllt", da die damaligen Empfehlungen selbst mir als Bauern absolut unwirksam und nur aus offensichtlicher, kopflosiger Hilfslosigkeit geboren erschienen (bis Omikron). Wer schonmal ein Huhn entkommen lassen hat, nachdem man ihm den Kopf abgehackt hat, weiß was ich meine.
Nicht lachen, und auch unter uns, aber zu ganz anfangs, schon bevor die Tagesschau von SARS CoV2 zu berichten wusste, bin ich mit FFP2 und Nitrilhandschuhen einkaufen gegangen. Die Leute haben ganz schön blöd geguckt. Daheim Klamotten gewechselt, alles Isopropanolisiert und Einkäufe für ne zeitlang quarantänisiert bevor ich sie eingestapelt hab. So lange, bis man halbwegs sicher das Risikopotential einschätzen konnte.