Das war auch nicht als Empfehlung, sondern als Möglichkeit gemeint. Daher der Konjunktiv und das Wörtchen relativ.
Natürlich vermittelt die rote Stop-Leuchte kein sicheres Gefühl, und man sollte es auch nicht auf die Spitze treiben.
Und sicherlich ist es richtig, dass, je mehr (Warte-)Zeit vergeht, umso mehr Druck wahrscheinlich verloren geht.
Mir ging es vor allem um den Hinweis, dass der Druck in einem intakten Zentralhydrauliker nicht ausschließlich durch eine laufende Hydraulikpumpe gehalten wird.
Die maximale Anzahl möglicher (Voll-)Bremsungen, die ich im Stand ermittelt habe, lag bei deutlich über hundert.
Trotzdem hast Du recht: Das Abschleppen eines Zentralhydraulikers mit stehendem Motor ist grundsätzlich keine gute Idee und nicht empfehlenswert.
Nicht umsonst hat man nach wenigen Jahren bei ID/DS die anfangs serienmäßigen Abschleppösen weg gelassen.
Klar, schön ist das nicht. Wenn man das aber trainiert und im „Gefühl“ hat, geht das mit beherztem Ziehen oder Treten nicht so schlecht. Besonders gut sichtbar, wenn man auf dem Bremsenprüfstand steht und die Anzeige im Blick hat.*
Trotz allem: Havarierte Zentralhydrauliker gehören auf den Trailer oder Abschlepper, nicht an Seil oder Abschleppstange.
*Hierzu eine Anekdote: Mitte der 90er wollte ich meinen 78er GS Club zu letzten Ruhe fahren. Nach der Hälfte der Strecke platzte der Haupt-Rücklaufschlauch. Der zur Hilfe gerufene, befreundete KFZ-Melster kam mit seinem CX Breal und nahm mich die restlichen 20 km „an den Haken“. Der GS hatte trotz LHM-Verlusts tatsächlich noch Bremsdruck, aber mulmig war mir schon dabei, mit bis zu 70 km/h an der CX-Stoßstange quasi zu „kleben“, die Kupplung durchgehend getreten, um notfalls den Motor via erstem eingelegten Gang Notbremsen zu lassen, und die Hand am „Bremshenkel“.
Damals ging alles gut, heute würde ich das nie und nimmer mehr machen!