Hallo JP,
ist wenn man's braucht 'ne praktikable Lösung für eine AZAM. Rein von Platz unter einer "modernen" Haube passt das mit der obenliegenden Lichtmaschine, rein optisch würde ich es nicht wollen. Zudem kann man dann z.B. nicht mehr das Reserverrad unter der Haube unterbringen, sei es als Bestandteil des Enac Kits oder eine andere Halterung. Wäre bei meiner relevant da ich den Platz im Kofferaum benötige für ET- und Werkzeug.
Da der optische Aspekt auch einigen anderen wichtig ist, haben mehrere Bekannte, welche einen M4 (Ami6) Motor eingebaut haben, die Lima auf der Kurbelwelle montiert. Vorgesehen ist das nicht und die Kurbelwelle eines M4 hat nur einen statt 2 Konen auf dem vorderen Zapfen. Einer hat einfach (französische Methode) ein Alu Blech beigelegt da wo sonst der zweite Konus ist und das hält nun schon seit mindestens 6 Jahren und gut 50000km. Ein anderer hat einfach sich zum befestigen des Ankers auf der Kurbelwelle mit dem einen Konus begnügt (finländische Methode:)). Auch das hält schon ewig und viele Kilometer. Das Gehäuse hat im Bereich der Aufnahme der Lima die richtigen Maße, man muß aber noch die Haltegewinde anbringen. Im Prinzip sind die Gehäuse von 12/16/M4 identisch bis auf Détails. Das Getriebe vom M4 ist ca 15mm länger, ich weiß nicht warum, die Befestigungsmaße an der Kupplungsglocke sind identisch. M.E. spricht nichts dagegen ein 16er Getriebe zu verwenden vielleicht die Übersetzung. Der M4 Motor hat eine Kupplungsdruckplatte mit verstärkten Feder und ist entsprechend gekennzeichnet. Es ist warscheinlich empfehlenswert diese + dem verstärkten Drucklager zu benutzen. Bei einer 16er haben die Innenkotflügel auch schon die "Beulen" so daß auch genügend Platz da ist.
Von der Ersatzteilssituation beim M4 ist es so ähnlich wie beim 16er. Kurbelwellen sind rar, sie werden nicht nachgefertigt und eine gut überholte kostet doppelt so viel wie eine neue für den 600er einer 2CV6.
Ein anderer Bekannter hat den Rumpfmotor einer 2CV6 mit den Zylinderköpfen eines M4 kombiniert, er mußte irgendwas ein wenig dafür modifizieren, war aber nicht viel. Vorteile sind daß es dafür alles an Ersatzteilen gibt, ein Ölfilter direkt vorgesehen ist, ein doppelt so hoher Öldruck, die Kurbelwelle haltbarer ist, der Motor noch mehr Leistung hat die Optik aber auf den ersten Blick, dank der flachen Krümmerspinne und dem Vergasers eines M4, die alte bleibt. Auch der M4 hatte in den ersten Jahren einen Öleinfüllstutzen welcher dem eines 16 PS gleich aussieht aber im Détail etwas verschieden ist da er zwei Schüffelventile besitzt um dem größeren pulsierendem Hubraum gerecht zu werden. Dann noch den alten Luftfilter aus Blech in Pfannenform...
Wie schon weiter oben gesagt, ob sich der Umbau lohnt? Leistungsmäßig - vor allem dem Drehmoment- natürlich.
Die Frage ist nur ob man es benötigt, eine originale AZAM mit ihren ehrlichen 16 PS läuft doch schon so gut im Solobetrieb daß man eigentlich keine Mehrleistung benötigt und ob es nicht für die AZAM und einem selber wichtiger ist daß sie weitgehend original bleibt.
Bei mir liegt das anders, meine AZLP ist nicht nur ein Oldtimer sondern mein Alltagsfahrzeug. Ich fahre fast immer mit Schlafanhänger, Dachträger, Kayak, Musikinstrumenten und kompletter Ausstattung eines Wohnmobiles zudem Werkzeug und Ersatzteilen. Im Jahr zwischen 10000-14000Km, über die Pyrenäen, Alpen oder Karpaten teils mit 3 Personen und dies selbst - bis jetzt- mit dem leicht modifiziertem 16er Motor. Also selbst dies geht mit dem originalen Motor, ist aber mitunter anstrengend (für die 2CV!). Ich wäre froh und es würde mir reichlich genügen wenn ich im Gespann die Steigungen so locker hoch käme wie eine AZAM solo:). Das ist mein Ziel und nicht eine Wellblechente welches so schnell fährt wie eine 2CV6. Alle meine Umbauten sind zudem reversibel und ich achte darauf daß die Optik weitgehend nah am original bleibt. die Original-Teile liegen gut gelagert und gekennzeichnet im Keller.
Gruß,
Roland