Mit diesem Kommentar entlarvt sich das m.E. wahre Problem, das u.a. nicht lange her zu gefährlichen Ideologien geführt hat bzw. noch führt, und die gerne zum Ansatz "früherwarallesbesser" tendieren:
1) dass die Leistung über den Mensch liege
2) Schwarz oder weiß. Entweder Perfekt oder schlecht. Ein absolut starre Einstellung. Es gebe keine Zwischenstufen oder ein Kontinuum der Dinge. Null, oder kaum Kompromissbereitschaft.
Heute sieht man das vor allem in der Fahrlässigkeit, mit dem wir alles nach Konsumlogik beurteilen, egal welche die Mühe (und vor allem die Absicht!) hinter den Kulissen ist. Selbst wenn es eine böse/egoistische Absicht dahinter treiben könnte, ist es egal, es entscheidet die Leistung. Hauptsache ich bekomme, was ich will bzw. was ich für Gut halte. Egal wer, egal wie, und natürlich ich selber bin der Richter, der zwischen Gutes und Schlechtes unterscheidet. "Ich zahle, also ich richte". Am schlimmsten finde ich die Unterstellung einer Abzocke. Eine Absicht sollte man nicht unterstellen!
Natürlich ist Kritik nicht nur unerlässlich im Leben, nichts kann ohne Kritik gesund bleiben! Aber Kritik heißt nicht Querulant zu sein. Perfektionismus ist eine wahre Gefahr, und sein Gesicht lässt sich in verbitterten Einstellungen leicht erkennen, die das Positive in den Hintergrund erzwingen, auf den Vordergrund nur das Negative. Die Stimmung wird schnell kaputt, es entstehen die Guten und die Schlechten, bzw. die besseren und die schlechteren Menschen.
Für mich ist es doch sehr relevant, welche die Umstände sind, die zu einer gewissen Leistung führen. Da kann man verstehen, wie die Sachen sich ergeben, warum sie so ablaufen, und damit man feststellt, wie sie zum nächsten Mal besser sein können. Das Grundprinzip des Lernens.
Am wichtigsten für mich ist die Absicht, die Ehrgeiz (selbstverständlich ist Leistung wichtig) und daher auch die Mühe, mit der die Sachen gemacht werden. Denn Fehler machen wir alle. Aber wie wir zu unseren Fehler stehen, das macht Sachen wirklich anders. Das macht uns zu Menschen eher als zu Maschinen, die vermeintlich alles gut machen und für die nur die Leistung wichtig ist.
Bereits in vielen der Beiträge hier kann man lesen, dass es dort schön war. Natürlich gab es Luft nach oben in vieles, und ja, vielleicht wäre ich den €100 nicht zufrieden gewesen, aber auch bewusst, ich bin niemand um wie ein Richter hart zu urteilen nur weil es nicht zu meinen zu hohen (möglicherweise sogar verkehrten) Ansprüche genügt. Unter dem Strich kann man von viel Freude und einer schönen Stimmung lesen. Und genau das brauchen wir in dieser Welt.