Das ist ein Irrtum. Abstand halten zum Beispiel können Deutsche in der Regel besser als Schweizer. Von den paar Dränglern und Lichthupern abgesehen, die in CH halt wegfallen.
Ich bin in CH ständig am Bremsen, weil sicher zweimal pro Minute einer meint, ne halbe Sekunde, bestenfalls eine, sei ja mehr als genug Sicherheitsabstand. Der Trick ist da, auf Autobahnen ein bisschen langsamer zu fahren, solange man rechts fährt. Auf die Art regelt sich das mit dem Abstand nach vorn jeweils von selber. LKW-Fahrer kennen das. Wichtig ist dann nur, sich beim Spurwechsel schnellstmöglich anzupassen an das Limit oder den fliessenden Verkehr. -Möglichst plus die Messtoleranz der Geschwindigkeitsmessanlagen, und dann einfach nicht mehr in den Rückspiegel gucken, bis man wieder nach rechts wechselt. - Hält den Puls in normalen Grenzen.
In CH muss man Raser und Poser auseinander halten. Raser gibts kaum. Die holt man nämlich irgendwann immer von der Strasse. Nicht selten recht bald einmal auch für quasi immer.
Poser? - Nur noch. Geh mal durch ein städtisches Wohnquartier. Alte Toyoten, wie ich einen fahre, sind out. Wenn Fiat 500, dann muss es ein Abarth sein, und so weiter. Und dann gibts noch die, die schlicht Freude an nem Ami haben, auch wenn der auf keinen Parkplatz passt. Millionäre siehste im Sommer mit Stingray, Viper oder AMG-G unterwegs. Einfach, weil man kann. Oft sind das zwar forsche, aber gute Fahrer, die im Gegensatz zum BMW-M irgendwas- oder Möhrzähdes-Balkanesen mitdenken, statt andere durch riskante Fahrweise zu gefährden. Letztere sind dann auch die, die Ihre Hitler-Bännen auch morgens um drei nicht starten können, ohne den Motor hochzudrehen. - Ich kriege da regelmässig Lust, mit einer akustikgesteuerten Selbstschussanlage - meinetwegen passend zum "Auto" auf Basis eines MG '42 oder wie immer die Hitlersäge hiess - dagegen zu halten...
Ganz gut auch das Erlebnis gestern aufm Heimweg von der Arbeit, bei der Pinkelpause unterwegs: Mercedes Lieferwagen vom Harley - Davidson-Händler, erkennbar an der Beschriftung, steht mit ausgeklappter Auffahrrampe und offenen Hecktüren auf dem Behindertenparkplatz. Seine Tussi mit Fotoapparat wirft mir, als ich, langsam und vorsichtig - ich will ja nicht für ihren Lebensunterhalt auch noch aufkommen müssen - meinen Wagen gegen ihren sichtlichen passiven Widerstand auf das zweite Behindertenparkfeld, einen Meter hinter der Laderampe beginnend, bugsiere, böse Blicke zu. So als wär ich der Falschparker. Irgendwann schnallt sie, dass ich das darf, und verdrückt sich wortlos in den Transporter-Laderaum, wo sie vermutlich den Bock festmacht, der gerade eben noch die Laderampe hochgeschoben wurde. Man hats nicht eilig, zu verschwinden von dem unerlaubt genutzten Parkfeld, obschon dahinter und davor mindestens je ein LKW lang Platz ist. Als ich vom Klo zurückkomme, knallen gerade die Hecktüren zu... So sindse, unsere Gewerbetreibenden. Hirnlos und arrogant besserwisserisch, aber zumindest solange ungefährlich, wie andere drumrum auf sie aufpassen. Regeln? - Sind für Angestellte und Kunden.
Man muss denn auch im Berufsverkehr mehr auf Transporter achten, als auf die durchaus vorhandenen Poser. Poser möchten ihr Brumbrum in der Regel unbeschadet wieder zu Hause abstellen, und fahren entsprechend, ganz entgegen ihrem durchaus zu schlechten Ruf. Transporterfahrern ist alles egal. Denen reichen 2m Sicherheitsabstand komfortabel. Es tuns beim Spurwechsel auch mal nur ein paar Zentimeter vom Heck des Scheisskastens bis zur dahinter liegenden Motorhaube; wenn der dahinter schnell genug bremst! Man sollte die aus der Karre ziehen und auf der Fahrbahn zum Plattfahren festbinden! Ungefähr die Attitüde legen die vor. - Den durchschnittlichen IQ der danach noch lebenden Autofahrer würds - leider - deutlich anheben.
Ich sage nicht von ungefähr: Autofahrer sind der Menschen die dümmsten.