Verbindlichen Dank.
... bin ja selbst schuld, wollte dieses de Winter Geschreibe vom absoluten Bösen das da völlig zurecht tagelang unbeachtet im Forum vor sich hin trübte gar nicht kommentieren. Die Assoziationskette über Guns of Brixton und Pariser Banlieues die dann dazu führte dass ich es witzig fand, de Winter mit de Winter zu beantworten kann hier auf kein Verstehen hoffen. Würde allenfalls "wo war ich?" Steinkult amüsieren, ... wo war ich? Ach ja:
Gute Ratschläge für eine verfahrene Kiste, bekannter Weise die leichteste Übung. Vielleicht erst mal mit einer Bestandsaufnahme nach universellen Maßstäben beginnen? Weg vom identitären "die anderen sind halt absolut böse was sollen wir denn tun". (Lesetip: Omri Böhm, Radikaler Universalismus)
Perspektivwechsel wagen: Was sollen die Palis tun? Israel das Land "from the river to the sea" überlassen? Ist es dann vorbei oder folgt noch Transjordanien? Der Smotrich posiert doch mit so Karten vom kompletten alten britischen Protektorat, welches der revisionistische Zionismus immer schon beanspruchte.
Ein Blick zurück lohnt möglicherweise. 1923 formulierte Wladimir Zeev Jabotinsky, zionistischer Mitstreiter und politischer Gegner von Ben Gurion, mit klarer Sicht, dass eine Besiedlung Palästinas nur mit militärischer Stärke erfolgen kann. Wörtlich:
"Jede einheimische Bevölkerung der Welt widersetzt sich den Kolonisten
solange sie die geringste Hoffnung hat, sich von der Gefahr der Kolonisierung befreien zu können." (aus dem englischen mit DeepL)
Er spricht frank und frei von Kolonisierung und patriotischen Arabern Palästinas. Dafür kann man sich heute leicht ein "Antisemit" einfangen.
Ich verurteile diesen Mann in keiner Weise und zolle seiner Lebensleistung hohen Respekt. Seine verzweifelten Versuche 1,5 Millionen Juden aus Europa nach Palästina in Sicherheit zu bringen (und überhaupt erst einmal von der Gefahr zu überzeugen) gehen schon in der Vorstellung über das menschenmachbare hinaus. Dass da nur 10 Schiffe illegal und gegen britische Blockaden in Palästina ankamen zeigt die aussichtslose Lage trotz allen Heldenmutes.
Hierin, in der eigenen Flucht, liegt das "was sollen wir denn tun" und das Recht und die Stärke Israels. Islamisten, die angeblich nur dafür leben, Israel zu vernichten, hat es damals nicht gegeben. Die Hamas entstand um 1987, da war das Westjordanland schon 20 Jahre besetzt. Terrorismus kommt nicht aus dem Nichts. Aber allem Anschein nach ist er die Hydra, die mit jedem Kopfabschlagen wächst. Und wächst und wächst und wächst ...
Der Text von Jabotinsky enthält übrigens einen Lösungsansatz. Lesen lohnt auf jeden Fall:
jabotinsky/the-iron-wall.pdf
(von der Webseite des Jabotinsky Institutes, Tel Aviv-Jaffa)