Schwierige Rolle von UNIFIL im Libanon
Die UN-Mission UNIFIL, rund 10.000 Soldaten stark, kostet pro Jahr rund 450 Millionen Euro. Sie ist sogar auf See aktiv. Aber die Mission steckt ebenso wie das libanesische Militär in einer Zwickmühle.
Die Aufgabe von UNIFIL ist es eigentlich, die Regeln der Resolution 1701 durchzusetzen und einen Kommunikationskanal zwischen den israelischen und libanesischen Streitkräften zu schaffen. Beobachtern zufolge hat zumindest das zweite auch ganz gut geklappt. Die UNIFIL ist jedoch weder für die Entwaffnung der Hisbollah zuständig, noch soll sie mit der Gruppe kommunizieren.
Die UNIFIL-Mission patroulliert an der israelisch-libanesischen GrenzeBild: Joseph Eid/AFP/Getty Images
Die UNIFIL "war innerhalb ihrer engen Grenzen ein vielseitiges und effektives Instrument des Konfliktmanagements", so Thanassis Cambanis, Direktor der Denkfabrik Century International, in einem Bericht von 2018. Doch "trotz ihrer Erfolge greifen sowohl Israel als auch die Hisbollah regelmäßig die Legitimität der UNIFIL in der Öffentlichkeit an."
So hat Israel beispielsweise erklärt, die UNIFIL sei unwirksam und sollte gestärkt werden, damit sie die Hisbollah entwaffnen kann, während die Hisbollah die UNIFIL beschuldigt hat, für Israel zu spionieren.
Libanesisches Militär geschwächt
Was das libanesische Militär betrifft, so ist die lokale Armee nicht so stark wie die Hisbollah, und Kritiker haben ihr vorgeworfen, im Süden allenfalls eine symbolische Präsenz zu haben.
In der vergangenen Woche hatten die Kämpfe entlang der Grenze zugenommen: Die israelische Armee versuchte, in den Libanon einzudringen, während die Hisbollah versuchte, sie daran zu hindern. Währenddessen meldete UNIFIL, dass Israel sie aufgefordert habe, sich von einigen ihrer Stellungen in der Pufferzone zurückzuziehen.
Die UNIFIL, die nach Angaben der Washington Post nicht mehr an einer Grenze, sondern an einer "Kampffront" patrouilliert, hat sich geweigert, sich zu bewegen. Israel wiederum behauptet, dass die Hisbollah die UNIFIL als "menschliche Schutzschilde" benutzt.
Deutsche Welle