Ihr lieben,
ihr lest gerne, ich schreibe gerne - also weiter.
Ich komme natürlich nicht spontan nach 7 Renault zu einem C6. Das Ganze hat seine Vorgeschichte – wie bei Euch wahrscheinlich auch.
Wir gehen zurück in die ganz frühen 80er. Da war ich noch ein kleiner Bub. Mein Baujahr könnt Ihr ja meinem Nickname entnehmen. Mein Vater fuhr einen VW Passat B1 (Typ 32). Er hatte einen Job, bei dem alle 5 Jahre auch mal ein Neuwagen drin lag. Das hat mich geprägt (leider – wie sich später herausstellte). Als es dann an die Neuanschaffung eines neuen Passat B2 (Typ32B) ging und der Händler 26.000 DM dafür wollte – bei absolut nackter Innenausstattung – führten ihn seine Pfade zum Autohaus Fink in Degernau. Da war der Senior noch im Dienst – ein absolut knorriger Typ. Ich mochte ihn.
Am Ende wurde es BX 16 TRS für unter 20.000 Mark. Der nächste war ein 19er BX (die Buchstabenkombination weiß ich nicht mehr). Er hatte aber bereits die weißen Blinker und das moderne Interieur. Dann zwei Xantia, wovon der letzte der erste Gebrauchtwagen meines Vaters war. Dann driftete er ab und kaufte sich einen Opel Zafira um dann wieder zum Doppelwinkel in Form eines C4 Picasso zurück zu kehren.
Noch besser war der Benz meines Großvaters: ein W123 200D. Der wurde dummerweise irgendwann verkauft. Der wäre heute Gold wert. Ers atnd immer trocken und hatte nicht viele Kilometer.
Noch ohne Führerschein kaufte ich meines Bruders Visa II Club ab. Immerhin ein Auto. Mit dem bin ich seinerzeit zur Fühererscheinprüfung gefahren. Auf dem Land ging das damals...
Eigentlich habe ich den Visa nicht gemocht, aber es war immerhin ein Auto. Funktioniert hat er immer und wenn nicht, musste man nur die beiden Zündkerzenstecker neu draufstecken – dann lief er wieder.
Dann kamen bei mir R5 (erster Renault – folgenschwere Abbiegung), Twingo, Clio (erster Diesel), Megane GT, Scenic und Espace 4. Von Twingo bis zum Scenic alles Neuwagen. Die haben mir mehr Haare vom Kopf gefressen als jede Reparatur bei einem Gebrauchten. Aber das nur am Rande.
CITROËN war für mich komplett raus. Erstens will man mit den Altertümlichkeiten seines Vaters nix zu tun haben und zweitens hat CITROËN (aus meiner Sicht – ich werde gern kritisiert) zu meiner Zeit, also ab Mitte der 90er, nur schreckliche Autos rausgebracht.
Die einzigen zwei, bei denen ich die Augenbrauen immer wieder mal gehoben habe war der C4 (erste Generation) und dann natürlich der C6. Der C6 schwebte allerdings von Beginn an am normal interessiertem Publikum volkommen außerhalb des Sichtfeldes vorbei. Hin und wieder kam die geniale Sean Connery Werbung und wenn man an einem CITROËN-Autohaus vorbei fuhr, kauerte der immer gleiche Vorführwagen, den wohl jedes Autohaus zugeteilt bekam, in der immer gleichen Parkposition. Es wuchs hier und dort sicher schon das erste Unkraut an den Reifen hoch. Wie einst Don Quixote ein Ritter von der traurigen Gestalt.
Der initiale Moment meines Interesses war ein Gespräch mit einem väterlichen Freund (Professor an der Uni – nicht meine Fachrichtung), der sich beklagte, dass er nach dem C5 nichts mehr kaufen kann, was ihm gefällt. Ich meinte: was ist mit dem C6? Das könne er nicht bringen, die Nachbarschaft, das Kollegium, die würden alle nur das Maul zerreißen. Wir haben uns mittlerweile aus den Augen verloren. Vielleicht lade ich ihn mal auf eine Probefahrt ein.
Seinerzeit hatte ich Stunden in allen möglichen Neuwagenkonfigratoren verbracht, nur um irgendwann festzustellen, dass das Modell der Begierde dadurch auch nicht billiger wird. Und dann der C6: die spinnen ja! Ich hatte mit allem gerechnet, aber knapp 60 Riesen? Nee, das wird für immer ne Nummer zu groß für Dich bleiben.
Später hatte ich eine kleine Clique aus Schallplattenfreunden, die sich immer abwechselnd bei einem von uns traf, um einen gemütlichen Musikabend abzuhalten. Normalerweise bin ich immer gefahren, aber Wolfgang (1/3 der Clique) meinte, jetzt sei er mal dran und hat mich zu Hause abgeholt.
Mit einem C6.
Ich wusste von nichts. Dass es ein Mann von Stil ist wusste ich – er hört noch krudere Platten als ich - aber einen C6? Das hätte ich ihm niemals gegeben. Es war ein 3.0 HDI Pallas, wie ich mittlerweile weiß. Mir fielen fast die Glupscher aus den Augenhöhlen. So nah hatte ich noch nie einen C6 gesehen. Noch nie.
Darf ich fahren? Ja klar! Ab da war es um mich geschehen. Das ist jetzt 5 oder 6 Jahre her. Ich hatte kein anderes Thema mehr. Natürlich schwappen immer wieder andere Themen aufs Tablett – dafür ist das Leben zu vielseitig - aber wenn der Kopf mal wieder ganz leer war kochte es wieder hoch. C6.
Irgendwann erzählte mir Wolfgang, er wolle den Wagen verkaufen. Seiner Frau ist der Wagen zu groß und sie wollen auf elektrisch umsteigen. Er solle mir unbedingt bescheid geben, wenn es soweit ist. Ja, klar. Macht er.
Nein, hat er nicht gemacht. Er hat es schlicht vergessen. Am Tag, an dem er seine B-Klasse abgeholt hatte wollte es der Zufall, dass wir telefonierten. Er habe gerade seinen Benz abgeholt. Ja und der C6? Der steht jetzt bei Mercedes auf dem Hof. Gib mir die Nummer Deines Verkäufers! Angerufen: tut mir leid, der Wagen ist bereits auf dem Weg nach Marokko.
So eine Schei...
Er hatte noch keine 100.000 km und wurde für EUR 4.950 in Zahlung genommen. Eine Frechheit! Wolfgang hat sich noch hundertausendmal bei mir entschuldigt, aber erstens ist das nicht zu entschuldigen und zweitens: Alles Guuuuut! Ist jetzt halt so gelaufen.
Er war der erste, der mir zu meiner - wie er sagt - fleigenden Couch gratuliert hat. Falls Du hier aus Nostalgoie noch mitliest: sei herzlich gegrüßt!
Trotzdem: Traum erstmal geplatzt. Seinerzeit fing ich dann ein wenig an zu recherchieren. Damals galt der 3.0HDI (weil neuer) als der bessere Motor. Das scheint sich ja nun nicht zu bestätigen. Dann kam das Video vom Carranger. Alex hatte es geschafft Faszination zu wecken. Immer wieder mal ging ich durch mobile.de aber nirgends hat es Klick gemacht.
Diesen Sommer waren wir dann auf ausgedehnter Campingtour durch Nordfrankreich und hatten mindestens fünf C6 gesehen. Dass man die alle abfotografieren und hier melden muss, weiß ich erst seit kurzem – entschuldigt die Nachlässigkeit.
Ein Trauriger, zwar Fahrfähiger, aber irgendwie Fertiger in Soissons, ein modernerer 3.0HDI am Omaha Beach, dem aber auch Liebe fehlte, einige im Gegenverkehr und dann einer am Strand Nähe Courtances. Auch der hatte genügend Dellen und Beulen, aber die Abendsonne, das Licht, die Luft – ach einfach alles.
Jetzt war der Entschluss gereift. Es wird nicht mehr um das Thema gekreist – nix – es werden Nägel mit Köpfen gemacht.
Nach etwas hin und her fand ich drei Stück spannend und der aus Püttlingen, der nur auf autoscout aber nicht auf mobile war wurde es. Es war der Einzige, den wir uns vor Ort angeschaut hatten. Ich fand den Preis fair, den Verkäufer hinreichend seriös.
Und da isser nun.
So komme ich abschließend zu meinem eigentlichen Punkt. Ich würde unglaublich gerne ein vollkommen inoffizielles C6-Treffen in Freiburg abhalten. Speziell mit 2,7HDI. Alle anderen CITROËNisten sind natürlich auch herzlich willkommen! Ich habe so viele Fragen und Ihr ganz bestimmt ganz viele Antworten. Wirklich gute Location hätte ich, aber Im November wollt Ihr Eure Wagen wahrscheinlich nicht rausholen. Trotzdem Frage ich:
Wer hätte so ab Mitte November an einen Samstag Lust nach Freiburg zu fahren? Gutes Lokal mit riesigem Parkplatz ist vorhanden. Wer bis Sonntag verlängern will, möge sich selbst um eine Übernachtung kümmern.
Plan: Vormittag gemütliches Eintrudeln, Sektempfang, Fotos, Plausch untereinander, Mittagessen, kleiner Vortrag oder irgendwas spannendes, Kaffee, kurze Ausfahrt Tuniberg/Kaiserstuhl, abschließendes kleines Abendbrot. Danach winkt man sich auf ein baldiges Wiedersehen.
Wenn gewünscht kann ich für den Abend auch schauen, was es kulturell gerade gibt.
Also haut in die Tasten!