Das hat man 1963 von der Mondlandung auch gesagt. Kennedy meinte dann, es käm auf den Willen an. Das haben ihm viele abgenommen, und so sind "wir" - denn die USA flogen im Namen der der gesamten Menschheit hin, und das mitten im kalten Krieg - noch vor Ende des Jahrzehnts... Du kennst den Satz ganz bestimmt.
Nicht, dass sich die Mondlandung mit den UN in der Bedeutung messen könnten, aber es zeigt halt, dass auch Positives eine Strahlkraft haben kann, die unmögliches möglich macht. Das lässt hoffen.
Schau, das ist der Vorteil der demokratischen Idee. Man muss nicht jeden einzelnen Überzeugen. Es reicht in der Regel, wenn man gut die Hälfte erreicht. Super Sache, wenns um Fortschritt geht. Den brauchen viele nämlich nicht, bis er dann da ist. Dann sind alle stolz drauf. Demokratie hilft da, wesentlich schneller voran zu kommen, weil sie erlaubt, konservative Zauderer hin und wieder zu überstimmen. Ganz friedlich und sehr oft auch zum Nutzen derer, die nicht gewollt hatten. Und wenn es mal daneben geht, kann wieder korrigiert werden. Auch so ne super Sache, verglichen mit der fernöstlichen und aftrikanischen und diktatorischen Logik der Gesichtswahrung.
Nicht die Bibel. Die 10 Gebote. Die sind der universelle Kern der Bibel. Egal, welches heilige Buch Du zur Hand nimmst, die stecken in jedem davon. Das wäre also sowas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner, aus dem Weltfrieden werden könnte. - Die UN-Charta ist an sich ein Versuch, den Geboten etwas näher zu kommen. Indem sie etwa Angriffskriege verbietet und ächtet, und jedem Staat der Welt erlaubt, gegen die vorzugehen, die einen Krieg begonnen haben.
Da kann Putin so oft dagegen wettern, wie er will. Man sollte das im Auge halten, wenn man die UN kritisiert. Man stimmt dann sehr schnell und oft ohne es zu merken, in den gleichen Chor ein, in dem Putin den Ton angibt. Aus Eigeninteresse. Er als Agressor verdient keinerlei Unterstützung. Es ist unanständig und gegen den Weltfrieden wirkend, wenn man in seinen Chor einstimmt. Egal aus welchem Grund man das für richtig halten mag.
Die Frage nach dem Gewaltmonopol im Zusammenhang mit der UNO zeigt übrigens, dass die, die sie stellen, nicht begriffen haben, wo das Völkerrecht steht und was die UNO will.
Die UNO ist eben keine Weltregierung, die den Staaten dieser Welt unter Zwang auferlegen kann, was sie zu tun und zu lassen haben. Wenn man so will, wäre das ja ein Monarchisches Modell auf die bisher höchste Stufe gehoben. Nun ist die Monarchie aber ein Konzept, das überkommen und abgelegt ist.
Die UNO ist was anderes. Sie ist eine Gemeinschaft gleichgeordneter. Eher so wie eine Genossenschaft, also was demokratisches, jedenfalls vom Grundgedanken her. Sie hat aber der Wirklichkeit ihrer Entstehungszeit geschuldete Strukturfehler. So, dass Atommächte ständige Sicherheitsratsmitglieder sind, die mit ihrem Veto alles blockieren können. Eigentlich ein Unding. Ohne das aber, wäre die UNO keine Weltumspannende Organisation. Die hat bei allen Fehlern und Schwächen zumindest den gewichtigen Vorteil, dass sie eine Verständigungsebene schafft, die die Diplomatie davor einfach nicht hatte. Da haben nur die miteinander geredet, die das von sich aus wollten, und was dieses Beziehungsnetz nicht hergab, war unmöglich; wärs auch nur um ein unter Umständen wichtiges Telefonat gegangen.
Im Moment hat die UNO aber noch ein anderes Problem, nämlich dass der Generalsekretär ein parteiischer Pfeifensack ist. Das sieht man im Gazakrieg genauso, wie schon beim Ukrainekrieg. Er mag ja meinen, er käme damit durch. Verglichen mit einem Kofi Anan hat der Südamerikaner aber einfach kein Format, und das wirkt sich leider direkt aufs Ansehen der UNO aus, in einer Zeit, in der sie bitter nötig gebraucht wird.
Dem ganzen Völkerrecht liegt gedanklich die gleiche Normhierarchie zugrunde, die es auch im Nationalen Recht gibt. Mit dem Unterschied, dass Napoleon eine europäische Erscheinung war. Der nämlich war es, der das Verwaltungsrecht als privilegiertes Rechtsgebiet erfand. Das ist all jenes Recht, in dem der Staat als Hoheit auftritt. Der Staat hat sich dann in der Funktion auch nicht dem normalen Zivilrichter zu verantworten, sondern es gibt eigene Verwaltungsgerichte, Verfassungsgerichte.
Ausserhalb Europas eine befremdliche Vorstellung von Recht. Der Staat ist da nichts besonderes in dem Sinn, dass für ihn andere Regeln gelten, als für normale Menschen.
Wenn man sich global also vorstellt, dass es von der Rechtstheorie nur ein Gewaltmonopol im Staat gibt, und die Bürger eben, wie in Europa im Zivilrecht, einander nicht überlegen sind, dann versteht man auch, was passiert, wenn man nun in einer weiteren Stufe jedem staat eine Rechtspersönlichkeit auf internationaler Ebene gibt (man spricht in der Lehre von Völkerrechtssubjekten, und der Begriff zeigt, was man meint. Einzelne, gleichgeordnete Persönlichkeiten. Es kann sich qua Rechtsordnung keiner von ihnen über die anderen stellen. - Sie sind alle auf gleicher Stufe. Es gibt da keinen Richter drüber. Es gibt keinen Staat überm Staat, der diese mit einem Gewaltmonopol in Anstand und Sitte zwingen kann. Es bleibt also nur der Weg, auszuhandeln, worauf man sich einigen kann, und eben auch keine höhere Instanz, die das Ausgehandelte mit Gewalt durchsetzen dürfte, es sei denn, man hätte sowas ausgehandelt. Es ist da letztlich wie unter normalen Menschen auch: Man muss darauf bauen, dass es neben dem Recht noch andere normative Kräfte gibt. Es gibt zwar kein Gewaltmonpol, aber es zählen Dinge wie Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit, und man kanns machen, wie aufm Schulhof auch. Selbst dem siegreichsten und durchtriebensten Schläger ist es peinlich, wenn alle um ihn rum stehen, mit dem Finger auf ihn zeigen, und keiner mehr mit ihm ne Klassenarbeit machen will. Ergo: Selbst wer eigentlich nicht mitmachen will, muss irgendwie zusehen, nicht auf Dauer abseits zu stehen. Es ist so ein bisschen wie im Mittelalter, wo man Übeltäter verbannte. Man stellt sich nicht über sie, aber man trägt Sorge dafür, mit ihnen nichts zu schaffen zu haben. Was das in Extremo bewirkt, sieht man an Nordkorea, und ich verstehe nicht, warum dem Iran und Russland nicht das selbe blüht.