Wenn da mehr als ein Bastlerfahrzeug draus werden soll, dann nur, wenn ein paar der Mängel abgestellt werden. Dann kannst den aber auch gleich selber weiterfahren. Ich hab meinen C1 mit deutlich weniger Mängeln verschenkt. Auch, weil ne Beule drin war. Die hat mich nie gestört, aber Höchstpreise für alte Gebrauchte in Europa kann man vergessen. Der technische Zustand ist nirgends mehr unwichtig, und dass 15jährige gebrauchte nochmal 10Jahre in Polen, Ungarn oder Rumänien laufen, ist schon seit Jahrzehnten Geschichte.
Zwar möglich, dass der potentielle Käufer Dir Märchen erzählt, um den Preis tief zu halten. Allerdings kost ein Parkplatz auch Geld, den Du bräuchtest, um den Wagen solange stehen zu lassen, bis er in die gewünschten Liebhaberhände kommt. Ausserdem werden auch alte Autos vom rumstehen nicht besser. Ich will Dir gar nicht erzählen, was ich für Kämpfe ausgefochten habe, um damals meinen C1 nach einem guten Jahr Standzeit nur schon wieder anzuwerfen. Batterie war nicht das Problem, die hatte ich abgehängt gehabt. Aber bis die Drei Zylinder alle wieder zündeten, das hat ein, zwei fürchterliche Minuten gerüttelt und gepoltert und geknallt. Ich glaub, da war ein Wespennest oder sowas im Auspuff, wenn nicht im Motor... Dann erstmal etwas unruhiger Leerlauf. Danach aber nie wieder Probleme... Nur, es tut diesen Autos nicht gut, bloss rumzustehen. Also verkaufen. Wenns für Ersatzteile ist, dann ist das bei so einem robusten Auto auch ein guter Zweck, denn Neuteile lohnen oft nicht mehr, oder sind in Afrika erst gar nicht zu bekommen. Sollen die Autos dort fahren, müssen aber irgendwo Teile herkommen. Der Verschleiss geht ja nicht durch den Wechsel des Kontinents auf null. Eher im Gegenteil.
Ich glaube aber eher, dass man in Afrika froh sein wird, dass nicht mehr als ein Kabelbruch zu reparieren ist. Die nehmen sich die Zeit dazu, oder stöpseln einfach das Warnlämpchen ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da, wo der Wagen hingeht, ein fahrtüchtiges Auto ohne Not als Ersatzteilspender hernimmt. Nur: Wenn man dem Exporteur seinen Gewinn missgönnt, dann exportiert man halt selbst. - Hat man Zeit, Nerven und Kontakte dazu?
Sicher ist, dass der Wagen in D beim Verwerter landet. Zu wenig Restwert, zu viele Mängel und zu viel gesetzliche Gewährleistung, auch bei Alteisen auf Rädern. Das ist schlicht nicht vernünftig. Zumal ein Käufer den Wagen ja auch nicht so genau kennt, wie Du.
Ich kann ja verstehen, dass man an einem Auto hängt. Dann gibt man es aber nicht her, sondern nutzt es weiter. Wenn einmal der Entscheid zum Eigentümerwechsel gefallen ist, muss man damit leben, nicht weiter zu bestimmen, wies mit dem Fahrzeug weiter geht.